Elektra hält ihrem toten Vater und der Erinnerung an seine Ermordung die Treue. Sie lebt in Erwartung jenes Tages, an dem ihr Bruder aus der Fremde heimkehren wird, um den Mord am Vater zu rächen. Ein großes apokalyptisches Fest malt sich Elektra aus, ein Blutbad zu Ehren des Vaters, um das Ende der von ihr als Besatzungszeit erlebten Herrschaft zu feiern. Als ihr Bruder totgesagt wird, will sie selbst die Rache begehen. Doch ihr Bruder lebt und handelt schlussendlich allein. Elektra tanzt sich einsam und ekstatisch zu Tode. Der Machtwechsel findet ohne sie statt.
Mit ihrer „Elektra“ konfrontierten Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal das Publikum 1909 mit einer entrechteten Frau, die mit der Macht ihrer Rede, der beschwörenden Kraft ihrer Erinnerung und dem Größenwahn ihrer Phantasie Krieg gegen bestehende Machtverhältnisse führt.
Richard Strauss gelang eine unvergleichlich sinnliche, komplexe Seelenmusik, die kindliche Sehnsucht und priesterliche Würde, kalte Überlegung und rauschhafte Entgrenzung mitreißend zum Klingen bringt und eine auch in ihrer Ohnmacht kraftvolle Gestalt kreiert: Elektra – eine Seele, zerrissen zwischen entsetzlicher Einsamkeit und der Sehnsucht nach der alles verändernden Tat.
TILMAN KNABE,
gefeierter Regisseur zwischen Hamburg, Stuttgart, Köln und Mainz. Nach „Tristan und Isolde“ in der Spielzeit 2011/ 2012 folgt nun seine zweite Mainzer Arbeit.
Tragödie in einem Akt von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hoffmannsthal
Musikalische Leitung Hermann Bäumer
Inszenierung Tilman Knabe
Bühne Annika Haller
Kostüme Mareike Uhlig
Staatstheater Mainz GmbH
Gutenbergplatz 7
55116 Mainz
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Theaterkasse
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Premiere am 7. September 2012, Großes Haus
Termine bis 28.9.2012


Quelle: Wikipedia/ Felix König