Warum beharrt ein junger Mann darauf ein Verbrechen verübt zu haben? Warum trägt andererseits ein blutjunger, brillanter Überfliegeranwalt permanent das Gefühl von Unzulänglichkeit mit sich herum? Aaron und Stanley, beide aus gut situierten familiären Verhältnissen, treffen als Klient und Verteidiger im Gefängnis aufeinander. Angeblich hat der junge Aaron eine ältere Dame überfallen, ausgeraubt und umgebracht. Die Beweislage für seine Beteiligung am Verbrechen ist allerdings dürftig, und die Polizei glaubt nicht an seine Schuld. Im Versuch zu begreifen, warum Aaron eine Gefängnisstrafe dem Leben in Freiheit ernstlich vorziehen will, taucht Stanley in immer tiefere Abgründe: Hinter der Sehnsucht zu verletzen und verletzt zu werden liegt die Lustlosigkeit zu selbstverantwortlichem Handeln in einer von Langeweile und desillusionierten Zukunftsperspektiven geprägten Welt. Je weiter der Anwalt in Aarons Welt eindringt, desto mehr erscheint ihm sein eigenes streng geregeltes und beziehungsloses Karriereleben fragwürdig. - Der junge, kanadische Autor Daniel Karasik (Jahrgang ´86) entwirft in „Die Unschuldigen“ eine Generation der Extreme. Ein hellsichtiges Porträt des jüngst diagnostizierten Phänomens der „Quarterlife-Crisis“: Der Sinn- und Lebenskrise der Mittzwanziger-Generation, die vielleicht schon zu früh zu erwachsen wurde.
Deutschsprachige Erstaufführung
Daniel Karasik
Deutsch von Philipp Löhle
Inszenierung Philipp LöhleBühne und Kostüme Evi WiedemannDramaturgie David Schliesing
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 06131 / 2851-240
E-Mail: srueter(at)staatstheater-mainz.de

