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aus dem mährischen Bauernleben

Theater in Magdeburg: Jenufa - Leoš Janácek schuf eine tschechische Oper in der Tradition eines Smetana und eines Dvorák, aber mit modernen Vorzeichen am 22.10.2011

»So trag ich jetzt das Kindlein heim zu Gott …« In der Enge der Dorfgesellschaft will die Küsterin ihre Ziehtochter Jenůfa unbedingt vor dem Schicksal bewahren, das sie selbst erleiden musste – eine unglückliche Ehe mit einem unzuverlässigen Ehemann. Doch Jenůfa hat ihren eigenen Willen. Sie liebt den Draufgänger Števa und erwartet ein Kind von ihm.

Števas Halbbruder, den gutmütigen Laca, weist sie ab, woraufhin er ihr in einem Anfall von Jähzorn das Gesicht zerschneidet. Als Števa sich einem schöneren und reicheren Mädchen zuwendet, ist Jenůfas Zukunft in höchster Gefahr. Mit Unterstützung der Küsterin bringt sie heimlich ihr Kind zur Welt. Laca, der sie immer noch liebt, würde sie tatsächlich heiraten, wenn da nur das Kind nicht wäre. Die Küsterin trifft eine Entscheidung …

Erst in seinen späteren Lebensjahren wandte sich Leoš Janáček der Oper zu, nachdem er zuvor Chor- und Orgelwerke komponiert und sich in die Folklore seiner mährischen Heimat vertieft hatte. Mit »Jenůfa« gelang ihm der Durchbruch – er schuf eine tschechische Oper in der Tradition eines Smetana und eines Dvořák, aber mit modernen Vorzeichen.

Denn seine Musik lebt ganz von der Melodie der gesprochenen Sprache, was sie so realistisch und packend macht. Und auch die handelnden Personen werden von Fragen bewegt, die ihre Aktualität nicht verloren haben: Was richtet Eifersucht an? Was ist Treue? Wie kann man selbstbestimmt leben? Und vor allem: Wie hoch ist der Preis, seine Kinder vor Erfahrungen zu bewahren, die man selbst machen musste?

Kontakt

Theater Magdeburg
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Universitätsplatz 9
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Kathrin Singer
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