Gesellschaft Freunde der Künste

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Menschen bleiben für goethe ein offenbares Rätsel

Theater in Magdeburg: Faust. Der Tragödie zweiter Teil am 30.9.2011

Wie’s denn weitergehe im zweiten Teil, soll ein Neugieriger den alten Goethe gefragt haben. Der schrieb zurück: »Es gibt noch manche, herrliche, reale und fantastische Irrtümer auf Erden. Durch diese soll unser Freund Faust sich auch durchwürgen.« Tatsächlich sind die Irrtümer, an die Goethe 1820 dachte, knapp 200 Jahre später kaum noch fantastisch, sondern sehr viel realer geworden. Den bankrotten Kaiserstaat sanieren Faust und Mephisto mit der Erfindung des Papiergeldes, neues Leben wird in Fausts Labor im Reagenzglas geschaffen. Faust wird Bankier, Feldherr, Handelsherr, Spekulant.

Er gewinnt Reichtum, Macht, Ansehen – und Helena, die schönste Frau der Welt. Aber immer noch lockt ihn Unerreichtes, Unerreichbares: »So sind am härtesten wir gequält, im Reichtum fühlend, was uns fehlt.« Für sein letztes Großprojekt, das die Natur besiegen und ein »freies Volk auf freiem Grund« schaffen soll, geht er über Leichen.

1831 schrieb Goethe über seine lebenslange Beschäftigung mit dem »Faust«-Stoff: »Es ist keine Kleinigkeit, das, was man im zwanzigsten Jahre konzipiert hat, im zweiundachtzigsten außer sich darzustellen, und ein solches inneres, lebendiges Knochengeripp mit Sehnen, Fleisch und Oberhaut zu bekleiden, auch wohl dem fertig Hingestellten noch einige Mantelfalten umzuschlagen, damit alles zusammen dem Menschen ein offenbares Rätsel bleibe, die Menschen fort und fort ergötze und ihnen zu schaffen mache.«

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