Veronika Mayerböck & Gisela Elisa Heredia: One rotten day in paradise
Zwei Frauen treffen auf einer Müllhalde im Paradies aufeinander. Umgeben von einer chaotischen Plastikwelt bewegen sie sich durch Konsumkreisläufe und untersuchen unterschiedliche Strategien von Manipulation. Dabei entwickeln sich humorvolle Szenarien und Konstellationen einer verwöhnten Welt.
"One rotten Day in Paradise" thematisiert Strategien der Ablenkung, der Verführung, des Konsums und auch Kriterien unserer eigenen Auswahl- und Entscheidungsprozesse. Auf humoristische Weise werden Variationen von Manipulation im Alltagsleben durch in Medien transportierte Idealbilder, Normen und Stereotypen von den zwei Tänzerinnen performativ und tänzerisch untersucht. So entwickeln sie verschiedene Varianten von Ablenkung, Anpassung und Manipulation innerhalb der Systembedingungen des heutigen Kapitalismus. Es beginnt ein Spiel zwischen gegenseitiger Anpassung und individueller Abgrenzung im Konsumalltag.
Zentrale Frage ist wie beeinflussen Wirtschaftskreisläufe unsere Lebensführung: Was brauchen wir wirklich? Wann ist es genug? Was passiert mit uns und unserer Art miteinander umzugehen in einer immer konsumorientierteren Gesellschaft? Haben Verhaltensweisen und Lebensmodelle ein Ablaufdatum? Welche Gefühle provoziert diese Welt in uns? Leben wir unser Leben zusehends nach dem Wegwerfkonzept?
Ausgehend von dieser gesellschaftspolitischen Thematik haben beide Choreografinnen sich bei der Erarbeitung auf das Material Plastik konzentriert: Die Bedeutung und der Umgang mit dem Material Kunststoff als globale Verführung, als unendlich reproduzierbares Material im Plastikzeitalter das als räumliche Installation auf der Bühne die Tänzerinnen begleitet und sich immer wieder aufs Neue zu einer ständig wandelnden Müllhalde formiert. Darin entwickeln sich Bewegungsbilder zwischen Hektik, Unruhe, Konkurrenz und Langsamkeit. Es entsteht eine Fusion aus Tanzperformance und Rauminstallation, die sich auf die Suche zwischen Künstlichkeit und Natürlichkeit von Bewegung begibt.
Veronika Mayerböck | Freischaffende Tänzerin/Choreografin und Lichtgestalterin mit Lebensmittelpunkt Wien. Fasziniert von der Symbiose zwischen Tanz und Architektur parallel zum Architekturstudium (TU Graz) 4-jährige, zeitgenössische Tanzausbildung in Graz (Mona May) sowie eigenständige Weiterbildung im In- und Ausland (Wien: Tanzquartier, Tanzatelier, Tanzhotel, Impulstanz sowie in Lyon, Budapest, Rio, Sao Paulo, Buenos Aires). Zwischen 2007 und 2010 Mitwirkung als Tänzerin in Projekten von Anne Juren, Frans Poelstra & Robert Stein, Milli Bitterli, Bert Gstettner, Sebastian Prantl, Akemi Takeya, sowie Moe Yamamoto / Butoh Cie Kanazawa Butoh Kann (Jp). 2009 mit Nachwuchspreis von Posthof Linz und Linz09 prämierte Soloarbeit "A_SLEEP. would you listen?", im Juni 2010 START Stipendium für Darstellende Kunst des BMUKK. Präsentation eigener Performancearbeiten 2011 in Linz (Heimspiel 2011 im Posthof, LNDB im Lentos), Wien ("Raw Matters"), Nürnberg (Tanzzentrale Fürth), Stockholm (Stockholm Fringe Festival) und Dresden.(Cynetart Festival Hellerau).
Gisela Elisa Heredia | Geboren 1979 in Córdoba, Argentinien, lebt heute als freischaffende Tänzerin und Choreografin in Wien. Sie studierte Tanz und Choreografie an der Universidad Nacional de Córdoba (UNC) in Argentinien und war Mitglied der Ensemble Contemporaneo der UNC und der Compagnie Desde el Vamos. 2003 übersiedelt sie nach Österreich und ergänzt ihr Studium des zeitgenössischen Tanzes am Konservatorium Wien. 2008 schließt sie ihr Studium in Wien ab. Seither ist sie als Tänzerin und Choreografin in der freien Tanz-Szene tätig und entwickelte Produktionen im Bereich zeitgenössischer Tanz, Tanztheater, Musical und Operette. Ihre Projekte liefen an verschiedenen Bühnen und Festivals in Europa und Südamerika. Kosmos Theater Wien, Odeon Theater Wien, Herbsttage Blindenmarkt, Festspielhaus St. Pölten, Festival Reverie Belgien, Buydentity Frankfurt, Posthof Linz09, Dschungel Wien, Tanzzentrale Nürnberg, Spielboden Dornbirn, Bühne im Hof St. Pölten, Teatro San Martin Argentina, Teatro Real (ARG), Teatro Comedia (ARG)… Seit 2009 ist sie Künstlerische Leiterin des Vereins tanz.coop in Wien und gründete das Festival TanzTag, das nun seit drei Jahren fixer Bestandteil der Wiener Tanz-Szene ist.
Konzept, Choreografie, Tanz: Veronika Mayerböck (A), Gisela Elisa Heredia (ARG/A)
Dauer: ca. 45min
Musik & Kostüm: N.N.
POSTHOF- Zeitkultur am Hafen
Posthofstrasse 43, A-4020 Linz
Pressekontakt: Karl Zabern


(c) Fotos: Schmiede Hallein 2011

