Gesellschaft Freunde der Künste

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Oper in zwei Teilen von Gottfried von Einem

Theater in Karlsruhe: „EINE STRASSE, LUCILE“ (Uraufführung) / DANTONS TOD am 9.7.2011

„EINE STRASSE, LUCILE“ (Uraufführung)
Szene für Sopran und Orchester (2010/2011) von Wolfgang Rihm / Text aus "Dantons Tod" von Georg Büchner

Der 1952 in Karlsruhe geborene und in seiner Heimatstadt wie in Berlin lebende Wolfgang Rihm, weltweit einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten, schreibt für das Badische Staatstheater Karlsruhe ein Auftragswerk. Rihms mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetes musikalisches Schaffen (u.a. erhielt er 1982 das Bundesverdienstkreuz, 2003 den Ernst von Siemens Musikpreis, 2004 wurde ihm die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen und 2010 bekam er bei der Biennale in Venedig den Leone d‘oro) ist mit seinen über 400 Kompositionen ein Universum. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich des Musiktheaters (u.a. „Oedipus“, „Die Eroberung von Mexico“, „Seraphin“, „Das Gehege“, das Monodrama „Proserpina“ oder „Drei Frauen“). Seit 1985 ist Wolfgang Rihm Professor für Komposition an der Karlsruher Musikhochschule. Sein Œuvre ist ein einziges Plädoyer für künstlerische Freiheit, ungehemmte Offenheit und schrankenlosen Ausdruckswillen.

DANTONS TOD
Oper in zwei Teilen von Gottfried von Einem
Text von Boris Blacher und vom Komponisten, nach Georg Büchners Drama
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

„Ich studiere die Geschichte der Revolution. Ich fühle mich wie zernichtet unter dem grässlichen Fatalismus der Geschichte.“ Diese oft zitierte Stelle aus einem Brief Georg Büchners an seine Braut hat Gottfried von Einem (1918-1996) seiner Partitur vorangestellt. Die Oper „destilliert den Geist des Fatalismus“ in sechs Bildern: Georges Danton, einer der maßgeblichen Führer der Französischen Revolution und ehemals als Justizminister gefürchtet, hat sich desillusioniert aus dem politischen Tagesgeschäft zurückgezogen.

Robespierre, der die Tugend durch „den Schrecken“ durchsetzen will, klagt Danton und seine Anhänger öffentlich als „politische Feinde der Freiheit“ an. Ein Treffen zwischen beiden führt zu einer weiteren Verhärtung der Fronten, da Danton die Tugendhaftigkeit seines Gegenspielers als sublime Form der Heuchelei entlarvt. Gequält von einem existentiellen Lebensekel bemerkt Danton: „Ich will lieber guillotiniert werden, als guillotinieren lassen. Ich hab es satt, wozu sollen wir Menschen miteinander kämpfen.“ Danton und seine Freunde werden erbarmungslos hingerichtet.

In von Einems Oper spielt der Widerstreit der Parteien und Meinungen eine große Rolle. Vor allem im zweiten Teil avanciert das Volk zu einer Hauptfigur des Dramas. Die großen Ensembleszenen gehören zu den musikalisch faszinierendsten Passagen des Werkes, „übersetzte von Einem doch die orientierungslose Aggressivität der ahnungslosen und deshalb leicht manipulierbaren Masse in packende musikalische Bilder.“ (Rainer Pöllmann).

Das Werk stellt resignierend fest, dass gegen die entfesselte Kraft der Revolution Einzelne nichts mehr auszurichten vermögen; sie sind vielmehr dem Furor der Gewalt ausgeliefert und dem Fatalismus der Geschichte unterworfen. Die Uraufführung von „Dantons Tod“ am 6. August 1947 bei den Salzburger Festspielen wurde ein sensationeller Erfolg und machte den Komponisten schlagartig bekannt. Aber auch außerhalb des deutschen Sprachraums konnte die Oper, die Einflüsse von Puccini und Strawinsky zeigt, erstaunliche Erfolge erzielen.

Musikalische Leitung: Jochem Hochstenbach • Regie: Alexander Schulin • Bühne: N.N. • Kostüme: Ursina Zürcher •Chor: Ulrich Wagner

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