Der Gralskönig Amfortas zog einst aus, um Klingsor, den Gegenspieler der Gralshüter, zu bekämpfen. Doch in dessen Zaubergarten brach Amfortas das Keuschheitsgebot und verlor den heiligen Speer an Klingsor. Zudem trug er eine Wunde davon, die nicht mehr heilen will. Es heißt, nur ein reiner Tor, „durch Mitleid wissend“, könne den Speer zuruckgewinnen und Amfortas Erlösung verschaffen.
Theater in Innsbruck
Als der junge, wilde Parsifal unbekümmert in den Gralsbezirk eindringt, meint der weise Ritter Gurnemanz in ihm diesen reinen Tor zu erkennen. Doch Parsifal bleibt von der feierlichen Enthüllung des Grals vollkommen unbeeindruckt. Erst im Kuss Kundrys wird er sich seiner selbst und seiner Bestimmung bewusst. Es gelingt ihm, Klingsor den heiligen Speer zu entwenden und ihn nach einer langen Irrfahrt wieder in den Gralstempel zu bringen.
Freunde der Kunst
Richard Wagner (1813-1883) griff für sein letztes, 1882 in Bayreuth uraufgeführtes Bühnenwerk die Gestalt des Gralssuchers Parzival auf. Die Sage wurde im Mittelalter zunächst von Chrétien de Troyes und dann von Wolfram von Eschenbach literarisch verarbeitet. In freier Aneignung verknüpfte der Dichterkomponist mit dieser Parabel des nach Erlösung suchenden und irrenden Menschen verschiedenste Aspekte der christlichen Religion, des Buddhismus, der Mythologie und der Philosophie. In Wagners äußerst kunstfertig gestaltetem „Bühnenweihfestspiel“ verschmelzen Harmonik, Melodik und Sprache zu einem Werk vollendeter Geschlossenheit und doch raffinierter Vielschichtigkeit.


In Wagners äußerst kunstfertig gestaltetem „Bühnenweihfestspiel“ verschmelzen Harmonik, Melodik und Sprache zu einem Werk vollendeter Geschlossenheit; (c) Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck


