Die Witwe Begbick, Fatty der „Prokurist“ und Dreieinigkeitsmoses – alle drei steckbrieflich gesucht – haben sich in einer einsamen Gegend niedergelassen und eine Stadt gegründet.
Theater in Innsbruck
Sie nennen sie Mahagonny; das bedeutet „Netze-Stadt“. In ihrem Netz sollen reiche Leute ausgenommen werden. Anfangs ziehen viele Menschen zu, die ihr Geld in Vergnügungen umsetzen. Doch der Aufstieg entwickelt sich nicht wie gewünscht weiter. Eine zusätzliche existentielle Bedrohung für Mahagonny ist ein herannahender Hurrikan. Wenn sowieso bald alles zu Ende ist, kann man doch alle Regeln und Gesetze hinter sich lassen und tun, was einem gefällt – schlägt Jim Mahoney vor. Mahagonny wird zwar von dem Unwetter verschont, aber es ist weiterhin alles erlaubt. Das schwerste Verbrechen besteht darin, kein Geld zu haben. So ist der moralische Verfall der Stadt nicht mehr aufzuhalten.
Freunde der Kunst
Kurt Weill und Bertolt Brecht sind vor allem durch ihre Dreigroschenoper bekannt. Weills epischer Musiktheaterstil mit sozialkritischer Grundhaltung entwickelte sich in der Zusammenarbeit beider Künstler. Seine Musik zu Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, die bei der Uraufführung 1930 in Leipzig noch einen Skandal auslöste, spielt raffiniert mit vielfältigen Stilelementen, wie Jazz-Rhythmen, Schlagermelodien – darunter Moon of Alabama – oder Parodien alter Meister. Es finden sich aber auch lyrische Musiknummern und traditionelle Formen. Das ungewöhnliche Opernwerk ist erstmals am Tiroler Landestheater zu erleben.


Die Witwe Begbick, Fatty der „Prokurist“ und Dreieinigkeitsmoses – alle drei steckbrieflich gesucht – haben sich in einer einsamen Gegend niedergelassen und eine Stadt gegründet; (c) Larl/TLT


