Princeton Anfang der 50er Jahre: Ein ungleiches Freundespaar verlässt allabendlich das Institute for Advanced Studies und spaziert durch die beschauliche Universitätsstadt. Der eine ist der weltberühmte Physiker Albert Einstein: lebenslustig, wohlgenährt, meist ohne Socken unterwegs. Sein Begleiter ist Kurt Gödel: der größte Logiker seit Aristoteles, weltfremd, ausgezehrt und selbst im Sommer warm angezogen. Einstein ist so fasziniert von Gödels gedanklichen Extremtouren, dass er nur deshalb ins Institut geht, um Gödel auf dem Heimweg begleiten zu dürfen. Für den menschenscheuen und zu Verfolgungswahn neigenden Gödel hingegen ist Einstein der Einzige, in dessen Gegenwart er sich sicher und wohl fühlt. Kurt Gödel, 1906 in Brünn geboren, nahm als junger Physikstudent an den wöchentlichen Sitzungen des Wiener Kreises teil, der sich mit den methodischen Grundlagen des Denkens auseinandersetzte. Mit knapp 24 Jahren revolutionierte Gödel die mathematische Logik mit seinem Unvollständigkeitssatz und bewies später, dass die Möglichkeit von Zeitreisen theoretisch nicht auszuschließen ist.
In Geister in Princeton zeichnet der Autor Daniel Kehlmann die Lebensstationen des Geistesgiganten Kurt Gödel und seiner Frau Adele zwischen Wien und Princeton nach. In einem raffinierten Spiel aus Fakten, Fiktion und Philosophie zeigt er Gödels abgründige Gratwanderung zwischen grenzensprengendem Denken, logischer Brillanz und einem selbstzerstörerischen Rationalismus, der vor Nahrungsverweigerung als logische Konsequenz seiner Angst vor einer Vergiftung nicht halt machte.
Anna Badora eröffnet mit der Uraufführung von Kehlmanns erstem Theaterstück ihre sechste Spielzeit am Schauspielhaus Graz.
Inszenierung Anna Badora Bühne Raimund Orfeo Voigt Kostüme Beatrice von Bomhard Musik Gerriet K. Sharma Licht Tamás Bányai Video Philipp Haupt Dramaturgie Regula Schröter
Mit Johannes Silberschneider (Kurt Gödel), Rudi Widerhofer (Gödels Alter Ego), Claudius Körber (Gödel als junger Mann; Mirkutkin), Steffi Krautz (Adele Gödel), Swintha Gersthofer (Adele Gödel als junge Frau), Franz Xaver Zach (Harry Woolf; Otto Neurath; Kulakin), Fang Yu (Hao Wang, Gödels Assistent), Hans Peter Hallwachs (Albert Einstein), Stefan Suske (John von Neumann; Friedrich Waismann), Franz Solar (Botschaftsrat; Hans Hahn), Dominik Warta (Moritz Schlick), Simon Käser (Hans Nelböck), Alexander Knaipp (Karl Menger) und David Rauchenberger / Kilian Langner (Gödel als Kind)
Schauspielhaus
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