Bereits Alexander Puschkins Erzählung, die die Vorlage zu Tschaikowskys 1890 uraufgeführten »Pique Dame« liefert, setzt auf die packende und psychologisch genaue Beschreibung einer zunehmend auf Gewinn und Optimierung ausgerichteten Gesellschaft, die sich – zunächst getragen vom Erfolgsgefühl einer erstarkenden Bourgeoisie – im eigenen Netz des eiskalten Kalküls, harten Individualismus’ und übertriebenen Ehrgeizes verstrickt.
Theater in Freiburg
Für Gefühl und Emotion jenseits der eigenen Person scheint kein Platz mehr zu sein. Die große Metapher hierfür ist das Spiel, das Glücksspiel mit Karten, das Kenntnis und Sachverstand verlangt, aber ebenso das restliche Quäntchen Glück. Und genau das gilt es auch noch in den Griff zu bekommen: Kennt man das Geheimnis der Trümpfe, scheint man endgültig auf der sicheren Seite zu sein. Kennt man das Geheimnis, ist man aber auch schon in die Falle des immer irrationalen, nie beherrschbaren Schicksals getappt. Der Verlust ist allumfassend, was bleibt, ist Einsamkeit, Tod oder Wahnsinn.
Freunde der Kunst
Bettina Birk
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Für Gefühl und Emotion jenseits der eigenen Person scheint kein Platz mehr zu sein. © Maurice Korbel



