1930 erfüllten sich Kurt Weill und Bertolt Brecht den Wunsch einer abendfüllenden Oper. Das Thema war von biblischer Vehemenz – die Geschichte von Sodom und Gomorrha stand Pate. Getrieben vom Goldgräber-Rausch findet sich ein obskures Trio am Rand einer Wüste wieder – es steckt buchstäblich fest und kommt nicht weiter zur angeblich so selig machenden Küste.
Theater in Freiburg
Doch durchtrieben und ehrgeizig gründen die drei die Stadt Mahagonny, um sich an den glücklichen Rückkehrern von der Küste zu bereichern. In Kürze floriert die Stadt, man ist sich einig im gegenseitigen Dealen, im Leben und Leben lassen und kann als oberstes Gesetz die Devise ausgeben: »Du darfst alles – nur nicht kein Geld haben.«
Schauspiel in Freiburg
Freilich kann dieses fragile Gleichgewicht, basierend auf Normverstoß, Regelverletzung und Amoralität, nicht von wirklicher Dauer sein: Uneinigkeit, Missgunst einerseits, drohende Naturkatastrophen andererseits stürzen die einst so ideal funktionierende Stadt unaufhaltsam ins chaotische Desaster.
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1930 erfüllten sich Kurt Weill und Bertolt Brecht den Wunsch einer abendfüllenden Oper; Fotos: Maurice Korbel



