"Sie fühlte mit Schrecken die Bestie in ihm; ihr Vorhandensein hatte sie innerhalb der drei Jahre schon öfter geahnt, ihr dumpfes Knurren von Zeit zu Zeit hatte es erraten lassen, heute aber sah sie die Bestie losgelassen und in ihrer Wut zum Beißen bereit.
Was sollte sie ihm sagen, um ein Unglück zu verhüten?" Der Eisenbahner Roubaud, seine Frau Severine und ihr Geliebter Jacques Lantier geraten bei ihrem verzweifelten Kampf um ein bisschen privates Glück und soziale Anerkennung in einen Strudel aus Leidenschaft, Eifersucht und Raserei und schrecken selbst vor Mord nicht zurück.
Theater in Duisburg
Nach dem Erfolg mit "Mario und der Zauberer" bedienen sich die Bühne Cipolla und das metropol-ensemble erneut einer literarischen Vorlage, um mittels Schauspiel, Livemusik und Figurentheater ein sinnliches Bühnenerlebnis zu schaffen.
Hintergrund
Der große französische Schriftsteller Émile Zola beschreibt in seinem 1890 erschienenen Kriminalroman "La Bête Humaine" in seiner aufrüttelnden, bildgewaltigen Sprache ein beklemmend aktuelles Phänomen: den Mangel an Empathie und die zunehmende soziale Kälte in der Gesellschaft.
Freunde der Kunst
Die Industrialisierung Westeuropas - von Zola anhand des rasant zunehmenden Eisenbahnverkehrs geschildert - stellte seinerzeit die Gesellschaft vor die gleichen Fragen, mit denen wir Menschen des digitalen Zeitalters konfrontiert sind: Wohin führt unsere Technik-Hörigkeit? Wie kommunizieren wir miteinander? Hören wir einander überhaupt noch zu? Sind moralische Selbstverständlichkeiten wie Toleranz, Mitgefühl, Solidarität zu Fremdwörtern geworden?
Premiere am 17.06.2014
B.Schmitz@stadt-duisburg.de


Sie fühlte mit Schrecken die Bestie in ihm; (c) Marianne Menke
