Gesellschaft Freunde der Künste

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Ein Leben soll ein Ganzes sein

Theater in Düsseldorf: Peer Gynt - ein dramatisches Gedicht von Henrik Ibsen

Sei du selbst! – Peer Gynt misst an dieser Maxime sein Leben und findet doch keine Antwort: «Ich bin Peer Gynt», ein Name im Pass und Stellvertreter für Kaiser, Tycoon oder Prophet, und am Ende gar nichts. Peer Gynt entwirft eine Wirklichkeit, deren Grenzen er beständig erweitert, und in der er trotzdem keinen Halt findet.

Theater in Düsseldorf

Er hat kein Erbe zu verprassen, aber jede Menge Ehrgeiz. Kein Augenblick scheint des Verweilens wert. Aus dem norwegischen Dorf seiner Kindheit entflieht er zunächst in die Abgründe der heimischen Sagenwelt, später an die Ränder des europäischen Kontinents. Doch dem Vorwurf der Lüge kann er nicht entkommen. Ist ein Leben die Summe seiner Entwürfe? Wie die berühmte Zwiebel zerlegt Peer Gynt sein Selbst und findet keinen Kern. Am Ende gibt es immerhin eine Frau, die die ganze Zeit auf ihn gewartet hat.

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Im Exil des süditalienischen Sommers schrieb Henrik Ibsen 1867 ein Stück, das der rauen Natur Norwegens zu entkommen sucht, und doch in jedem Moment von den Geistern, die es rief, eingeholt wird. Dass das dramatische Gedicht nie für die Bühne gedacht war, hat seine Weltkarriere nicht verhindert. Die Geschichte des 19. Jahrhunderts und Peers poetische Plagiate verweben sich zu einem Dickicht, durch das kein gerader Weg mehr führt.

petra.serwe@duesseldorfer-schauspielhaus.de