Nach dem Film „To Be or Not to Be“ von Ernst Lubitsch, Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel
Warschau, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs: Eine Schauspielertruppe probt in Nazikostümen für die Politkomödie „Gestapo“, als die polnische Regierung die Aufführung verbieten lässt, um nicht mit dem Hitlerregime in Konflikt zu geraten. Um ein Stück für den Abend zu haben, wird „Hamlet“ gegeben – mit dem selbstverliebten Starschauspieler Josef Tura in der Titelrolle. Während des großen Hamletmonologs hat seine Ehefrau Maria in ihrer Garderobe ein Stelldichein mit dem attraktiven Fliegerleutnant Stanislaw Sobinsky. Kurz darauf bricht der Zweite Weltkrieg aus, und der Flieger warnt das Ensemble vor einem feindlichen Spion, der im Begriff sei, eine Liste mit den Namen der polnischen Widerstandskämpfer an die Nazis zu übergeben. Um dies zu verhindern, verwandelt sich das Theater in das Gestapo-Hauptquartier, und das Ensemble nimmt die Rollen der deutschen Besatzer an. Es beginnt eine wahnwitzige Komödie der Verstellung, in der alle Darsteller um ihr Leben spielen.
Berühmt geworden ist „Sein oder Nichtsein“ durch den grandiosen Film von 1942 in der Regie von Ernst Lubitsch. Den Theaterabend inszeniert Thomas Birkmeir, Künstlerischer Leiter am „Theater der Jugend“ in Wien. Er hat u. a. an der dortigen Staatsoper und am Schauspiel Hannover inszeniert und ist ein Spezialist für musikalische und komödiantische Stoffe.
Dauer der Aufführung: 2 ¾ Stunden, eine Pause
Besetzung:
Josef Tura: Ahmad Mesgarha
Maria Tura: Anna-Katharina Muck
Stanislaw Sobinsky: Sascha Göpel
Dowasz, Schauspieldirektor: Thomas Braungardt
Anna, Garderobiere, Souffleuse, gute Seele: Vera Irrgang
Bronski: Günter Kurze
Grünberg: Torsten Ranft
Professor Siletzky: Holger Hübner
Gruppenführer Erhardt: Albrecht Goette
Sturmführer Schulz / Dr. Walowski: Benjamin Pauquet
Wilhelm Kunze: Dominik Frick / Jonathan Schubert
Wachmann: Marcus Horn / Steffen Liebscher
Regie Thomas Birkmeir Bühne Jörg Kiefel Kostüm Irmgard Kersting Musik Klaus-David Erharter Licht Michael Gööck Dramaturgie Martin Heckmanns
Termine noch bis 23.2.2012
Pressestimmen:
Zwischen Leben und Tod, Witz und Wahn
Der 1942 in den USA gestartete Film des jüdischen Berliner Exilanten Ernst Lubitsch ist zu einem hellsichtigen Zeitdokument geworden, das den Vergleich mit Chaplins „Der große Diktator“ nicht zu scheuen braucht und bereits vor über 60 Jahren bewiesen hat, dass man über Nazis lachen kann, ohne ihre Verbrechen kleinzureden.
Auch die Dresdner Inszenierung von Thomas Birkmeir lässt keinen Moment einen Zweifel daran, dass das Geschehen auf der Bühne doppeldeutig, komisch und gleichzeitig tieftragisch ist - eine Voraussetzung, ohne die eine Umsetzung des Werks nicht gelingen kann. Dem Regisseur stehen dabei sehr gute Schauspieler zur Seite.
Das Premierenpublikum jubelte - völlig zu Recht.
Sächsische Zeitung, 03.05.2010, Valeria Heintges
Pointen-Pingpong über dem Abgrund
Spätestens wenn der falsche Professor Siletzky den echten Gruppenführer Erhardt auffordert, ihn am Bart zu zupfen, erliegt man der Suggestion des gefährlichen Spiels und dem optimistischen Märchen, das wie nebenbei Wesentliches über den gewöhnlichen Menschen und seine Abgründe sowie Chancen und Risiken seiner Zivilisierung mitzuteilen hat.
Dresdner Neueste Nachrichten, 03.05.2010, Tomas Petzold
Gewitzte Polen, lächerliche Nazis
Von packender Spielfreude und genialem Witz. Dresdner Morgenpost, 03.05.2010
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