Heinrich von Kleist besuchte 1801 Dresden und war von den Gemälden und Kunstwerken der Stadt sehr beeindruckt. Diese Eindrücke wurden in der Folge für Kleists Schaffen von zentraler Bedeutung und spiegelten sich in seinen Erzählungen und Szenen wider.
Als Heiner Müller 1976 an LEBEN GUNDLINGS FRIEDRICH VON PREUSSEN LESSING SCHLAF TRAUM SCHREI arbeitete, fuhr auch er nach Dresden und besuchte die Gemäldegalerie. Es war eine Reminiszenz an die einstige Reise Kleists. Auch Müller gewann aus der Konfrontation mit den Gemälden, aus dem Dialog mit dem geronnenen Bild einen prägenden Raum für sein Theater.
Mit der Szene HEINRICH VON KLEIST SPIELT MICHAEL KOHLHAAS (die Teil des Stückes LEBEN GUNDLINGS... ist) wirft Heiner Müller ein Schlaglicht auf Leben, Passion und auf das Ende Kleists, auf dessen Verankerung in der preußischen Geschichte, die auch Müllers eigenes Thema war.
Gisela Pestalozza, Gewandmeisterin und Kostümbildnerin, fertigte in Vorbereitung des Kleistjahrs 2011 historische Kostüme für das Kleist-Museum Frankfurt/Oder. Dabei entstanden u.a. Kleistpuppe, Frauenpuppe, Pferdepuppe und Pferdekopf (fußlanges Haar), tragende Elemente der Müllerschen Szene, die vom Autor zwischen Realität, Theater und Zirkus angelegt wurde.
Parallel dazu näherte sich die Regisseurin Annette Jahns mit den Sängern und Spielern Marta Maria Maranboni, Agnes Ponizil, Jan F. Kurth während der 'Bienale Musica di Venezia' 2010 Heiner Müllers Texten in einer Klangcollage aus Kompositionen und Improvisation. Der Erfolg war groß und drängte nach Fortsetzung.
Mit der Inszenierung HEINRICH VON KLEIST SPIELT MICHAEL KOHLHAAS verbinden sich nun die Wege der Künstler, um mit musikalischen, sprachlichen und bildnerischen Mitteln eine ungewöhnliche, gemeinsame Musiktheaterproduktion zu schaffen.
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