Gesellschaft Freunde der Künste

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Operette von Franz Lehár

Theater in Dortmund: Der Graf von Luxemburg - Liebe kommt dem perfekten Plan in die Quere

Eigentlich hatte sich Franz Lehár für die Wintersaison 1909/10 schon genug vorgenommen: Zwei Premieren waren bereits geplant, als der Direktor des Theaters an der Wien ihm noch eine weitere Uraufführung anbot. Er werde die Musik schon „aus dem Ärmel schütteln“, glaubten seine Autoren. Und tatsächlich: Zwischen dem Fürstenkind und der Zigeunerliebe entstand binnen weniger Wochen eine reichhaltige Partitur, von der der Komponist selbst glaubte, dass es „vielleicht die ursprünglichste Musik“ sei, die er je geschrieben habe.

Theater in Dortmund

Der große Erfolg der Uraufführung des Graf von Luxemburg kam für Lehár zur rechten Zeit: Nach der Lustigen Witwe von 1905 wartete die Operettenwelt auf einen weiteren Geniestreich des Komponisten. Es war ausgerechnet der unter Zeitdruck komponierte „Heiratsgraf“, der vier Jahre später Franz Lehárs Platz im Operettenolymp endgültig sicherte.

Angesiedelt zwischen turbulentem Straßenkarneval, unbeschwerter Künstler-Bohème und schickem Pariser Opernfoyer, bot die Handlung dem Komponisten vielfältige Gelegenheit, seine Musik vom großangelegten Tableau bis zur intimen Szene auszubreiten. Ausgangspunkt ist ein Plan des Fürsten Basil Basilowitsch, der seine Geliebte Angèle für drei Monate mit dem Grafen von Luxemburg verheiraten will. Dafür kassiert der ständig blanke Graf eine halbe Million Francs und die Pariser Opern-Diva Angèle einen Adelstitel. Und wenn die Ehe fristgerecht wieder geschieden wird, steht Basil dann selbst als Bräutigam der nun standesgemäßen Angèle zur Verfügung. Doch der Zufall, genannt Liebe, kommt dem perfekten Plan in die Quere ...

Freunde der Kunst

Mit Der Graf von Luxemburg setzt die Oper Dortmund die Pflege der Zweiten Wiener Operettengeneration fort und konnte abermals einen ausgewiesenen Operettenfachmann für die Regie gewinnen: Thomas Enzinger leitet nicht nur selbst ein erfolgreiches Operettenfestival, er stellt sein feines Gespür für das musikalische Unterhaltungstheater an Bühnen wie der Wiener Volksoper, dem Gärtnerplatztheater München oder dem Staatstheater Nürnberg seit vielen Jahren unter Beweis.

oroth@theaterdo.de