Nach dem Tod ihres Ehemanns verordnet die despotische Bernarda Alba ihren Töchtern acht Jahre Trauer in strengster Abgeschiedenheit.
Theater in Darmstadt
Jahre der Isolation stehen ihnen bevor, lediglich an der Aussteuer dürfen sie arbeiten für eine Hochzeit, die nie stattfinden wird. Denn nur die älteste Schwester ist durch eine gute Erbschaft in der Lage, standesgemäß zu heiraten. All ihre Lebenskraft und Träume projizieren die Töchter auf diesen einzigen Bräutigam. Als die träumerische Leidenschaft der jüngsten Tochter Adela zur sinnlichen Realität wird, die Bernardas repressiven Moralvorstellungen zuwiderläuft, nimmt Bernarda alles in Kauf, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Zehn Jahre nach ihrer Auftaktchoreografie Das Haus der Bernarda Alba, mit der sich Mei Hong Lin dem Darmstädter Publikum vorgestellt hat, greift sie diese Thematik aus einem anderen Blickwinkel wieder auf. Isolation, gesellschaftliche Zwänge und Gefangensein in starren, unmenschlichen Verhaltensregeln bestimmen nicht nur das Geschick der Töchter, sondern auch das von Bernarda selbst. Eine Parallele zum Leben von Camille Claudel tut sich auf: Die Erfüllung essentieller menschlicher Bedürfnisse wie Liebe und Freiheit bleiben beiden Frauen versagt. Grund genug, diese beiden Lebensbeschreibungen in einer Spielzeit einander gegenüberzustellen.
Freunde der Kunst
InBernarda wird getanzt zu live von einem Flamenco-Ensemble gespielter spanischer Originalmusik, in der die elementare Kraft des tänzerischen Ausdrucks mit einer Sprache verschmilzt, die den seelischen Urgrund des Geschehens unnachahmlich reflektiert.


Nach dem Tod ihres Ehemanns verordnet die despotische Bernarda Alba ihren Töchtern acht Jahre Trauer in strengster Abgeschiedenheit; © Barbara Aumüller



