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bietet Anlass zur Reflexion

Theater in Bonn: WIE ES EUCH GEFÄLLT von William Shakespeare bis 25.3.2012

So lauten die berühmten Worte des melancholischen, desillusionierten Edelmanns Jaques. Wie er ist jede Figur in Shakespeares WIE ES EUCH GEFÄLLT auf ihre Weise auf der Suche nach Eigentlichkeit, nach einer Identität, nach dem richtigen Platz im Dasein, nach der wahren Liebe. Und alle sind mehr oder weniger gefangen in einer erkenntnistheoretischen Sackgasse.

Der entmachtete Herzog, der mit seinem Gefolge in den Wald von Arden getrieben wurde, genießt vorerst die paradiesische Natürlichkeit des Schäferidylls gegenüber der Korruption, Dekadenz und Künstlichkeit am Hof. Orlando wird von seinem Bruder Oliver um sein rechtmäßiges Erbe gebracht und muss, nachdem er und Rosalind, die Tochter des Herzogs, sich unsterblich ineinander verliebt haben, ebenfalls in die Verbannung.

In Lebensgefahr geht schließlich auch Rosalind – verkleidet als Edelmann Ganymed – in den Ardenner Wald. Und dieser Wald hat es in sich – aber vielleicht auch nicht. Er ist ein mythischer Ort, eine vorgesetzliche Welt. Alles ist möglich, nichts notwendig. Harmonie und Chaos existieren nebeneinander, gleichberechtigt, es gibt kein Patentrezept für ein gelingendes (Liebes-)Leben.

Vier sehr verschieden geartete Paarbindungen erscheinen in gegenseitiger, ironischer Beleuchtung, sie werden gespiegelt, gebrochen und wieder gespiegelt. Nur Rosalind beweist mit ihrem amüsanten, bisweilen auch gefährlichen Verwirrspiel ihrer Maskerade Einfluss und Beständigkeit.

Das um 1599 verfasste Stück des britischen Dichters gilt als heitere Komödie, doch die Heiterkeit wird begleitet von einem bitteren Beigeschmack und bietet Anlass zur Reflexion. In WIE ES EUCH GEFÄLLT dekonstruiert Shakespeare lustvoll Identitäten und Geschlechterrollen, Herrschafts- und Knechtschaftsstrukturen, die Regeln der Poesie und der Liebe sowie selbstreflexiv Theaterthemen und -formen.

David Mouchtar-Samorai arbeitet seit vielen Jahren regelmäßig für THEATER BONN. Seine Karriere als Regisseur begann in den frühen 70ern in Großbritannien. Seit 1975 arbeitet Mouchtar-Samorai in Deutschland. Er inszenierte u.a. in Heidelberg, Frankfurt, Nürnberg, Hamburg, Düsseldorf, Wiesbaden, Dresden und Bonn.

Insgesamt wurde Mouchtar-Samorai fünf Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen, 1997 erhielt er den Bayerischen Theaterpreis. In Bonn inszenierte er zuletzt Tankred Dorsts Jahrhundertwerk MERLIN oder DAS WÜSTE LAND und Tennessee Williams DIE GLASMENAGERIE.

 

Termine bis 25.3.2012

 

Kontakt

Monika Madert
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Schauspiel
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