Was ist los mit diesen jungen Menschen, die seit Jahren als »Generation Praktikum« durch die Feuilletons geistern? Die mit der vermeintlichen Alternativlosigkeit der Wirtschaft und der Spezialisierung der Arbeitsmärkte, mit Fernsehen und Internet aufgewachsen sind und sich anscheinend weigern erwachsen zu werden?
Die sich irgendwo zwischen digitaler Boheme und Prekariat eingerichtet haben und trotz ihres hohen Bildungsstandards keine politischen Positionen beziehen, während sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten? Die angeblich keine dauerhaften Arbeits- oder Liebesverhältnisse eingehen mögen, weil ihnen deren vermeintliche Perspektivlosigkeit eingeimpft wurde?
Der Dramatiker Oliver Kluck, geboren 1980 in Bergen auf Rügen, nimmt mit lakonischem Witz und durchaus geteilter Parteinahme die »heranwachsende Arbeitslosigkeit unter 30« ins Visier, die angesichts zweifelhafter Zeitarbeitsjobs lieber im Bett liegen bleibt und Hochkultur genauso konsumiert wie die Untiefen des Fernsehprogramms. Kluck stellt zwei dieser jungen Menschen auf die Bühne und lässt sie teils anekdotisch, teils agitatorisch ihre Position reflektieren.
Ob sie dabei mit den vielfältigen Labels, die ihnen zugeschrieben werden, in Konfrontation gehen oder ob sie diese schon längst verinnerlicht haben, ist eine Frage der Inszenierung. Auf jeden Fall sind sie auf der Bühne zur Aktion gezwungen und stehen schon damit im Widerspruch zu ihrer mutmaßlichen Existenzform.
Das Prinzip Meese wurde 2009 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen und mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Stückemarktes, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung, ausgezeichnet. 2010 erhielt Oliver Kluck den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker.
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