Darauf hat der Teufel nur gewartet: Doktor Heinrich Faust, von Zweifeln an seiner Erkenntnisfähigkeit, der Last seines irdischen Lebens und Strebens niedergedrückt, würde alles für einen Moment andauernder Befriedigung geben.
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Mephisto bietet sich Faust als Diener an, der in der Lage ist, seinem Herrn jeden Wunsch auf Erden zu erfüllen. Sobald jedoch Faust zu einem einzigen Augenblick sagen will: «Verweile doch, du bist so schön!», soll seine Seele im Jenseits dem Teufel gehören. Faust schlägt ein und Mephisto fängt an zu arbeiten. In einem Spiegel erkennt der von einem Zaubertrank verjüngte und wieder von lebensbejahender Leidenschaft erfüllte Faust das himmlische Bild eines Wesens, das ihm bald leibhaftig gegenübertritt. Es ist das junge, tiefgläubige Gretchen, das sich wider alle Vernunft in Faust verliebt. Am Ende ist Gretchens Mutter vergiftet, ihr Bruder getötet, ihr Kind ertränkt, und die Kindsmörderin sitzt – wahnsinnig geworden – im Gefängnis. Bei einer letzten Begegnung mit Faust und Mephisto erkennt sie den Teufel und unterwirft sich der Gnade Gottes.
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Doch auch wenn sie von der Stimme eines deus ex machina als «gerettet» bezeichnet wird, haben sich am Ende jene Worte nicht bewahrheitet, mit denen sich Mephisto seinem Partner vorgestellt hat: «Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.» Goethes Faustdichtung gilt als eines der grössten Werke der Weltliteratur. Seine lebenslange, sechzig Jahre andauernde Beschäftigung mit dem Stoff reicht zurück bis in die «Sturm und Drang Zeit» seiner Strassburger Studententage. Auf einem mittelalterlichen Mythos basierend formuliert der Dichter in seinem «Faust» grosse philosophische und religiöse Fragen, die bis heute Anlass zu Interpretationen liefern.
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Mephisto bietet sich Faust als Diener an, der in der Lage ist, seinem Herrn jeden Wunsch auf Erden zu erfüllen; (c) Annette Boutellier

