Dass die griechische Mythologie ein reichhaltiger Schatz ist, wussten vor allem italienische Komponisten des 18. Jahrhunderts besser als viele andere. Denn insbesondere in Süditalien, rund um Neapel, grassierte damals ein Antikenkult – und über den konnte man sich gerade in der Oper köstlich amüsieren.
Antonio Salieri, dessen Musik in den letzten Jahren u.a. von Sopranistinnen wie Cecilia Bartoli, Diana Damrau und Simone Kermes erfolgreich der Vergessenheit entrissen wurde, ging es nicht anders als seinen Zeitgenossen. Doch – er tat sich mit einem der vielleicht besten Librettisten zusammen, um 1785 für das Wiener Burgtheater die Oper „La Grotta di Trofonio“ (Die Höhle des Trofonius) zu komponierten. Giovanni Battista Casti hieß der Textdichter, dessen satirisches, vorrevolutionäres Potential europaweit bekannt war.
Oper in Berlin
Im Zentrum der heiteren Oper stehen zwei junge Liebespaare, angeführt von den Schwestern Doris und Euphelia. Die anfängliche Harmonie der Paare gerät aus den Fugen als der Zauberer Trophonios alle nacheinander in die Zauberhöhle lockt: Szene für Szene erfahren sie auf durchaus beunruhigende Weise, dass der Partner auch noch ein ganz anderer sein kann als der, den man liebt…
Theater in Berlin
Kein Wunder, dass einem Handlung und auch Salieris Musik eigenartig bekannt vorkommen. Die Instrumentierung und auch die Melodien erinnern stark an Mozarts „Così fan tutte“. Doch Salieris früher entstandene Oper beweist damit nur einmal mehr, wie reizvoll die Entdeckung der Werke ist, an denen Mozart sich orientierte und ohne den seine Opern nicht hätten entstehen können.
Freunde der Kunst
Das Festival Schloss Britz, seit 10 Jahren bekannt für seine charmanten Ausgrabungen, bringt erneut ein vorklassisches Kleinod zur springlebendigen Aufführung. Hochinteressant und amüsant lockt es Opernkenner und Neulinge in den sommerlichen Gutshof.
Weitere Vorstellungen am 03.08., 04.08., 09.08., 10.08. und 11.08.2012
Wir lieben Theater...
weil es ein Spiegelbild der Gesellschaft ist
Informationen unter www.festival-schloss-britz.de
Karten unter (030) 90239-3266 und unter www.musikschuleneukoelln.de sowie an der Abendkasse

