Die Zeiten ändern sich. Vor Jahren, nach dem unglücklichen Tod ihres kleinen Sohnes nach Paris in ein turbulentes und kostspieliges Leben geflohen, kehrt die Gutsbesitzerin Ranjewskaja auf ihr Landgut zurück.
Theater in Baden-Baden
Ihr Bruder Gajew konnte den Verfall nicht aufhalten, alles wächst und wuchert – immer noch schön, aber ohne Nutzen. Was tun? Den Kirschgarten abholzen, um profitable Sommerhäuser zu errichten, so wie der reiche Kaufmann Lopachin rät? Warja, die Pflegetochter der Ranjewskaja, hofft, Lopachin, dessen Familie in Leibeigenschaft auf dem Landgut diente, zu heiraten. Aber Lopachin kann den Antrag nicht aussprechen. Stattdessen ersteigert er das Gut – das Schicksal des Kirschgartens ist besiegelt.
„Es ist kein Dramageworden, sondern eine Komödie, stellenweise sogar eine Farce“, schrieb Anton Cechov über sein letztes Theaterstück (1904). Der wehmütige Abgesang auf das Schöne und die Tradition ist zugleich ein heiter-ironisches Willkommen an die neue Zeit. Diese mag praktischer und profitorientierter sein, aber sie hat die Chance, gerechter zu sein und den Einzelnen in die Verantwortung zu nehmen.
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Es ist kein Drama geworden, sondern eine Komödie, stellenweise sogar eine Farce; Fotos: (c) Jochen Klenk


