Gerichtsrat Walter ist verwundert. Aus Utrecht in die niederländische Provinz geschickt, um dort nach dem Rechten zu sehen, erlebt er einen chaotischen Gerichtstag: Dorfrichter Adam erscheint ohne Perücke und ist am Kopf verwundet, Frau Marthe Rull klagt gegen Unbekannt wegen eines zerbrochenen Kruges, der Hauptverdächtige Ruprecht, verlobt mit Marthes Tochter Eve, will einen Dritten aus Eves Zimmer mit einem Schlag auf den Kopf vertrieben haben, selbst aber unschuldig sein, und Adam lässt Eve, die doch Zeugin des Geschehens war, nicht zu Wort kommen. Ruprecht, der sich, kurz bevor er in den Krieg ziehen muss, von Eve hintergangen fühlt, will Aufklärung von ihr. Aber sie spricht erst, als Adam Ruprecht zum Schuldigen erklärt ...
Mit seinem Zerbrochnen Krug wollte Kleist Freunden beweisen, dass er auch komisches Talent habe - dank sprachlicher Brillanz und Witz ist ihm damit das deutschsprachige Lustspiel schlechthin geglückt. Hier versagen alle Gewissheiten und Autoritäten: Ein zweifelhafter Richter, der drohende Krieg und schließlich Eves Geständnis zeugen von einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.
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