»Die Höhe der Verluste war für uns nicht entscheidend, weil klar war, dass wir staatliche Bürgschaften bekommen würden.
Theater in Aachen
Sind ja alles nur Steuergelder.« 25 deutsche Spitzenbanker lassen sich erstmals in ihre gezinkten Karten gucken, und was wir dort sehen, ist noch weitaus schlimmer als das, was wir ohnehin schon immer unterstellt haben. Der Dokumentarfilmer Andres Veiel (»Black Box BRD«, »Der Kick«, »Wer wenn nicht wir«) hat jahrelang recherchiert und dabei Zutritt zu den innersten Zirkeln der deutschen Banken erhalten.
Seine Gesprächspartner waren mehr als 20 Jahre in Vorständen und urteilen heute über die Banken schärfer als die Occupy-Bewegung. Aus seinen Gesprächen hat er ein packendes Theaterstück destilliert, in dem manche Sätze so viel Sprengkraft bergen, dass um sie mit Anwälten gerungen werden musste, um sie so zu verschlüsseln, dass die Anonymität der Informanten gewahrt bleiben konnte.
Freunde der Kunst
Es entsteht das Bild einer zynischen Kaste, organisiert in mafiösen Strukturen, die Moralvorstellungen als fehlgeleitete elektrische Entladung von Nervenzellen beschreibt. »Himbeerreich« war der Ensslin-Code für das kapitalistische Paradies der Warenwelt, das wir alle anstreben.


»Die Höhe der Verluste war für uns nicht entscheidend, weil klar war, dass wir staatliche Bürgschaften bekommen würden; (c) Marie-Luise Manthei

