Im Jahr 1973 war der Familienbetrieb Staiger aus St. Georgen im Schwarzwald ganz oben. Mit der Erfindung einer für die breite Masse erschwinglichen Quarzuhr hatte er eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt erobert. Das ging nur über stetige Optimierung aller Produktionsprozesse bei gleichzeitiger Verbilligung der Produkte. Eine Arbeitsweise, die ihren Preis hatte. Das Ende der Uhrenindustrie im Schwarzwald war vorgezeichnet. Auch Staiger konnte dem selbst induzierten Preis- und Rationalisierungsdruck nicht mehr standhalten. Im Jahr 2000 meldete die Firma Konkurs an.
»Alle von der Geschäftsführung ergriffenen Maßnahmen zur Einschränkung und Vereinfachung dienen ausschließlich dem Ziel, die Existenz der Betriebsgemeinschaft zu sichern«, hatte es immer geheißen. Trotzdem sind und bleiben die ehemaligen Arbeitsplätze verschwunden. Was bleibt, ist eine gemeinsame große Pause, die zur Grundverabredung dieses Theaterstücks wird. Kann sie auch nach dem Verschwinden der Arbeit als sozialer Mittelpunkt funktionieren? Wohin haben uns Firmenentwicklungen wie die von Staiger bis heute geführt? Und wie sieht unsere Arbeit in Zukunft aus?
Bis zum Jahr 2009 standen die ehemaligen Betriebshallen leer. Nun erfahren sie eine Neubelebung: Texte aus der ehemaligen Betriebszeitung »Das Pendel«, die Reinhard Jäckle – ehemaliger Entwicklungsleiter der Firma – von 1965 bis 1991 jährlich herausgegeben hat, dienen als Grundlage für eine Inszenierung vor Ort. Gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern der Firma Staiger, zahlreichen Bürgern aus St. Georgen und Umgebung sowie Schauspielern des Theater Freiburg und Gästen erzählen wir eine Geschichte vom Wandel der Arbeit. Die betriebseigene Fußballmannschaft, gemeinsame Skiwanderungen und ausgiebig gefeierte Firmenjubiläen lassen den Geist dieses Familienbetriebes wieder aufleben.
In den ehemaligen Staiger-Werken (St. Georgen/Schwarzwald)
Kontakt
Julia Kamperdick
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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