Der Gast ist König – und den König kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Dies muss auch die Wirtin Mirandolina erfahren, die ein etwas in die Jahre gekommenes Hotel in Florenz betreibt. Die Gäste stellen ihr nach: Der neureiche Graf von Albafiorita glaubt, er könne sich für Geld alles kaufen – auch die Zuneigung der Wirtin. Der verarmte Marchese von Forlipopoli versucht, mit seinem Titel Eindruck zu schinden. Und auch der Ritter von Ripafratta, ein stadtbekannter Frauenhasser, verliebt sich wider Willen in Mirandolina.
Wie bei allen grossen Komödien Goldonis, in denen es mehr um das Wie als um das Was geht, ist die Geschichte schnell erzählt. Aber wer wird der Glückliche sein? Nur so viel sei verraten: Mirandolina führt die Männer mit viel strategischem Geschick und Freude an der Verstellung an den Rand des Nervenzusammenbruchs.
Die burleske Komödie «Mirandolina» erzählt mit haarsträubendem Slapstick und herzerwärmenden Canzoni die traurige Geschichte der unerfüllten Liebe, des sinnentleerten Konsums und der grossen Sehnsucht nach Erfüllung. Und wer genau hinsieht, wird in der Inszenierung von Anna-Sophie Mahler („Die Glasmenagerie“) ein gnadenloses Sittenbild des heutigen Italiens durchschimmern sehen.
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