Glauben Sie auch, dass es die Wirtschaft, die Medien, die Werbung oder die Populisten wären, die uns in der Hand haben? Dann hat es ja geklappt: «Glamour und Diskurs» sind die beiden zentralen Techniken, die der junge russische Vampir Rama lernen muss – und mittels derer die düstere Wahrheit verschleiert wird: Wir werden von Vampiren regiert.
Schon immer. Wir sind von ihnen wie Kühe gezüchtet worden. Lerne das Blut schmecken! Und wie jeder gute Bildungs- und Fantasy-Roman spitzt sich auch «Empire v» auf eine Liebesgeschichte, ein entscheidendes Duell und eine Zeitenwende zu.
«Als sich herausstellte, dass der Drüsenstoff der Termiten Heilwirkung besitzt, hat man diese künstlich zu halten begonnen. Und nun mal angenommen, man könnte einem Termiten begreiflich machen, dass seine ganze grosse, komplizierte Monarchie mitsamt ihrer einzigartigen Architektur und ausgewogenen Sozialordnung nur ein Abfallprodukt ist, weil es eigentlich nur darum geht, dass irgendwelche Affen an ihren Drüsenstoff heranwollen – er würde es bestimmt nicht glauben. Und falls doch, erschiene es ihm jeden-
falls auf kränkende Weise unverhältnismässig.» — Viktor Pelewin
Viktor Pelewin gilt neben Vladimir Sorokin als der wichtigste zeitgenössische russische Autor, und ist zugleich einer der Meistgelesenen. Zwischen Groteske, Satire und scharfsinnigem Denken, in der Tradition von Gogol und Bulgakov stehend, verschneidet er popkulturelle Bezüge unnachahmlich mit postmoderner Philosophie zu gesellschaftskritischer Pulp-Fiction.
Alexander Nerlich studierte Theaterregie in München und als Gaststudent in Moskau, war 2003 – 2005 Regieassistent am Theater Basel und 2006 – 2009 Hausregisseur am Residenztheater München. Am Theater Basel gab er sein Debut als Regisseur mit Jon Fosses «Die Nacht singt ihre Lieder» und inszenierte zuletzt «Jekyll & Hyde» von Robert Woelfl als surreales Kammerspiel. Mit «Empire V» kehrt er zum Horror-Genre zurück.
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