Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Die US-amerikanischen Post-Hardcore-Recken in Deutschland

The Fall of Troy und die Wut des Moments

Neues Album ?In The Unlikely Event? im Oktober, im November vier Clubshows in Münster, Köln, Berlin und Hamburg

 Blutjung und begabt wie nur wenige: Das sind The Fall of Troy aus Mukilteo im US-Bundesstaat Washington. Die Mitglieder waren gerade einmal 17 Jahre alt, als sich ihre Band The Thirty Years War, die zu dem Zeitpunkt bereits zwei Alben veröffentlicht hatte, in The Fall of Troy umbenannte und noch einmal von vorne begann. Das war im Jahre 2003. Seitdem hat das Trio drei Studioalben und mehrere Special Releases veröffentlicht, ihr viertes Album In The Unlikely Event steht bereits in den Startlöchern es erscheint am 6. Oktober.

 Gut einen Monat später beehrt die Band Deutschland mit einem viertägigen Besuch, in dessen Rahmen sie in Münster (8.11.), Köln (9.11.), Berlin (10.11.) und Hamburg (11.11.) gastieren werden.

Von Anbeginn ging es The Fall of Troy um die Wut des Moments. Ob auf Platte, wo die jungen Herren ihr überragendes technisches Können am Instrument beweisen, oder im Live-Konzert, das vorsätzlich und gern in wahre Orkane aus Noise, Rock, Punk und brachialer Wucht ausartet: Kaum eine Band vermittelt das Gefühl, nur für den Moment perfekt intonierter, kraftvoller Musik zu leben, so unmittelbar und eindeutig wie The Fall of Troy.

Das war bereits so, als Thomas Erak (Vocals, Gitarre), Tim Ward (Bass) und Andrew Forsman (Drums) im zarten Alter von 13 Jahren ihre erste Band The Thirty Years War gründeten. Mit jener brachten sie zwei selbstproduzierte Alben heraus, die in der lokalen Szene auf großes Interesse stießen.

 Den hinter den jungen Burschen steckten brillante Musiker, die ihre überragenden technischen Fähigkeiten auf höchst intensive Weise mit einem kraftvollen Sound aus Post-Hardcore und Prog-Rock verbanden.

2003 folgte die Umbenennung in The Fall of Troy sowie die stilistische Neudefinition: Die Punk-Elemente der frühen Tage traten in den Hintergrund, die Verwendung von progressiven, höchst vertrackten Rocksongs gewann die Überhand. Bezeichnend für ihren Sound ist seitdem eine Vielzahl an virtuos gespielten Gitarrelinien, die per Effektgerät übereinander geschichtet werden, sowie das geradezu artistische Spiel mit Polyrhythmen und Tempowechseln.

 Hinzu kommt ein kristalliner, für derart intensive Musik ungewöhnlich klarer Gesang, der ihrer musizierten Wut die nötige Griffigkeit und Nachvollziehbarkeit verleiht.

Diese Qualitäten blieben nicht lange unentdeckt. Auf ihr Debüt The Fall of Troy? folgten zahlreiche Einladungen, mit größeren Bands auf Tournee zu gehen. Mit Doppelgänger von 2005 und Manipulator von 2007 manifestierten sie ihre Stellung als eine der spannendsten Bands der amerikanischen Rockszene.

Seit Manipulator, das trotz seiner unkonventionellen klanglichen Intensität und Stilbreite in die US-Charts einstieg, nennt man The Fall of Troy entsprechend häufig in einem Atemzug mit Genre-Kollegen wie The Mars Volta oder The Blood Brothers.

Anfang dieses Jahres nahm die Band, die 2007 ihren bisherigen Bassisten entließ und durch Frank Black ersetzte, mit Star-Produzent Terry Date (Deftones, Limp Bizkit, Slipknot) in Los Angeles ihr viertes Album In The Unlikely Event auf, das am 6. Oktober erscheint. Darauf kann man The Fall of Troy in neuer Intensität erleben:

 Die ungestüme, juvenile Wut wurde zugunsten einer kompakten Komplexität gedrosselt, mehr denn je kommen ihre vielschichtigen Arrangements zielgenau auf den Punkt. Somit dürften die anstehenden Konzerte im November zu echten Erlebnissen des Progressiven werden.

Termine

08.11.2009So.Münster / Sputnik Halle
09.11.2009Mo.Köln / Luxor
10.11.2009Di.Berlin / Magnet
11.11.2009Mi.Hamburg / Molotow