Gesellschaft Freunde der Künste

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Parabel über das Spiessbürgertum

Teorema - Geometrie der Liebe nach Pier Paolo Pasolini - Premiere am 18.9. in Bochum

»Es ist also absolut notwendig, zu sterben, denn solange wir am Leben sind, mangelt es uns an Sinn.« / Pier Paolo Pasolini


In dem Film Teorema wird die Familie eines reichen Industriellen durch den Besuch eines unbekannten, attraktiven jungen Mannes, der für einige Zeit bei ihr einzieht, aufgeschreckt. Er beginnt mit jedem Mitglied der Familie und der Haushälterin ein Verhältnis und weckt verborgene Sehnsüchte. Als er nach kurzer Zeit geht, lässt er die Familie völlig zerrüttet zurück. Die Tochter wird wahnsinnig, der Sohn verlässt das Elternhaus und versucht verzweifelt, dem Verlust in seiner Malerei Ausdruck zu verleihen, der Vater überlässt seine Fabrik den Arbeitern und die Mutter sucht Zuflucht in Affären mit anonymen jungen Männern, mit denen sie für kurze Zeit die Erinnerung an den jungen Fremden wieder aufleben lässt. Die Haushälterin schließlich kehrt in ihr Heimatdorf zurück, wo sie Wunder verrichtet und wie eine Heilige verehrt wird.

Für den visionären italienischen Intellektuellen Pier Paolo Pasolini war der Mensch in der Krise immer interessanter als ein Mensch ohne innere Konflikte. Die Figuren in Teorema kommen intensiv, kurz und heftig mit ihren tiefsten Sehnsüchten und ihren größten Unzulänglichkeiten in Berührung. Nur die Haushälterin scheint in der Lage zu sein, die Begegnung mit dem Unbekannten zu verarbeiten. Sie ist noch mit der Natur und dem Zyklus der Jahreszeiten auf dem Land verbunden. Für sie stellt diese Begegnung den Zugang zu einer spirituellen Dimension dar.

Der niederländische Regisseur Ivo van Hove zeigt Teorema in einer eigenen Bühnenfassung.

Ivo van Hove begann seine Karriere als Regisseur 1981 mit Inszenierungen seiner eigenen Texte. 1988 inszenierte er bei Het Zuidelijk Toneel in Eindhoven, wo er zwei Jahre später Intendant wurde. 1997 bis 2004 leitete er das jährlich stattfindende Holland Festival. Seit 2001 ist Ivo van Hove künstlerischer Leiter der Toneelgroep Amsterdam. Seine Inszenierungen werden regelmäßig zu den großen internationalen Festivals eingeladen. Er inszeniert regelmäßig in Deutschland und war 2008 mit Rocco und seine Brüder zum ersten Mal zu Gast bei der RuhrTriennale.

Termine: 18./19./22./23./25./26. September 2009 jeweils 20 Uhr

Location: Jahrhunderthalle Bochum

Infos unter www.ruhrtriennale.de/de/programm/2009/teorema

Regie

Bühne, Licht

Kostüme

Komposition

Dramaturgie

Willem Bruls

– Floris Uytterhoeven, Jennifer de Keersmaecker, Ine Kuypers, Gert-Jan Verbueken