Gesellschaft Freunde der Künste

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29 Künstlern mit rund 100 Kunstwerken

TENDENZ ABSTRAKT MALEREI, OBJEKTE, GRAFIKEN Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) bis 25.4.2010

Die Sammlung wurde 1965 gegründet und ihr Schwerpunkt lag  bis 1990 auf Kunst aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und aus  der DDR. Ab 1990 gelangten Werke aus der Bundesrepublik und aus Polen (Druckgrafik) in den Bestand. Die Arbeiten sind von unterschiedlicher Stilistik, das bedeutet, dass sich hier ebenso Positionen des „Gegenstandslosen“ befinden, die man mit dem etwas vagen Begriff der abstrakten Kunst charakterisieren kann. Damit sind unter anderem  Werke der konstruktiven, der konkreten, der abstrahierenden, der minimalistischen oder  der informellen  Kunst gemeint. Seit 1991 stellt das Museum keine Dauerausstellung mehr vor. Dafür wird jedes Jahr unter einem anderen Aspekt eine neue Exposition konzipiert und in diesem Jahr widmen wir uns  diesen abstrakten Tendenzen.

Die abstrakte Kunst wurde, wie überhaupt jede Form der Kultur, im Kalten Krieg (1945 – 1990) zwischen den kapitalistischen und kommunistischen Weltmächten  (USA-UdSSR/ West-Ost) politisch instrumentalisiert.  Sie galt in den Fünfzigern im Westen als  die „Weltsprache der Kunst“  – und somit als Inbegriff der absoluten Freiheit in der bürgerlichen Demokratie. Abstrakt zu arbeiten geriet in dieser Zeit zu einem „ungeschriebenen“ Diktat, die Figuration wurde  als veraltet, als postfaschistisch oder kommunistisch kontaminiert gedeutet. Anders im politischen Ostblock. Seitens der Sowjetunion  kam es zur Verordnung des sozialistischen Realismus (Formalismusdiskussion um 1950), als die linientreue Malweise für Künstler in der DDR. Wer abstrakt arbeitete, konnte als Staatsfeind diffamiert werden. Die Künstler gerieten so in Ost und West in das Joch der  tagespolitischen Polemik. Nichts desto nahmen auch in der DDR Künstler den produktiven Dialog mit der gegenstandlosen Kunst auf. Nicht selten kam es dabei zu Behinderungen seitens des Staates.

Doch diese Ausstellung geht weit über den Zeitraum der DDR-Existenz hinaus und zeigt bis in die unmittelbare Gegenwart hinein die visuelle und geistige Vielfalt des Arbeitens mit „ungegenständlichen“ Formen.  Es wird ersichtlich, dass die einstige politisch-kulturelle Polemik des „Entweder – Oder“ (es war auch immer eine scharf geführte Polemik zwischen den einzelnen Künstlern)  heute  an motivierender und demotivierender Kraft verloren hat. Von den vorgestellten 29 Künstlern mit ihren rund 100 Kunstwerken beschäftigen sich einige von ihnen ausschließlich mit geometrischen Formen oder mit einer nicht abbildhaften  Formensprache. Andere wiederum haben nur Werksphasen, in denen nichts mehr Gegenständliches auftaucht. Weiterhin gibt es Konzeptionen, zu denen ein stetes Wechseln zwischen Gegenständlichem und Ungegenständlichem  gehört oder die Sprache so gewählt wird, dass sie eine  Idee ästhetisch am effizientesten repräsentiert. Gewiss ließen sich noch anderer Fassetten aufzählen, doch ein gutes Kunstwerk lässt sich nicht in formale Schubladen stecken und strebt nach Entgrenzung des Bekannten.

Dauer der Ausstellung bis zum 25.4.2010

Kontakt

Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)

C.-P.-E.-Bach-Straße 11
15230 Frankfurt (Oder)
Telefon: (0335) 40 15 60
Telefax: (0335) 4 01 56 11

Verwaltung@museum-junge-kunst.de

Abbildungen

Strawalde (d. i. Jürgen Böttcher) (1931), Berlin, Dschungelstück, 1991, Öl auf Leinwand, 170 x 130 cm, erworben 1991; Foto: Bernd Kuhnert, Berlin

Erika Stürmer-Alex (geb. 1938, Wriezen), Lietzen, Brucherde, 1978, Latex, Erde, Holz, Glasfaserstoff,
173 x 127 cm, erworben 1990; Foto: Bernd Kuhnert

Links

http://www.museum-junge-kunst.de/html/fr_ausst.htm