Der Mensch muss nie, kann aber immer gewaltsam handeln, er muss nie, kann aber immer töten (…) – jedermann. Gewalt überhaupt und Gewalt des Tötens im Besonderen ist (…) kein bloßer Betriebsunfall sozialer Beziehungen, keine Randerscheinung sozialer Ordnung und nicht lediglich ein Extremfall oder eine ultima ratio. Gewalt ist in der Tat (…) eine Option menschlichen Handelns, die ständig präsent ist. Keine umfassende soziale Ordnung beruht auf der Prämisse der Gewaltlosigkeit. Die Macht zu töten und die Ohnmacht des Opfers sind latent oder manifest Bestimmungsgründe der Struktur sozialen Zusammenlebens.
Heinrich Popitz, Phänomene der Macht, Tübingen 1986
Was ist Gewalt? Woher kommt sie und wo entsteht sie? Wie kann Gewalt empfunden werden? Gibt es eine gute Gewalt? Wie viel Gewalt erträgt der Mensch, bevor es zur Gegengewalt kommt? Gewalt äußert sich in einer Spirale unterschiedlichster Erscheinungsformen. Das Tanztheater mit Johannes Wieland seziert die Formen von Gewalt und erstellt ein psychologisches Diagramm unserer Zeit. Auch in dieser Produktion werden die Tänzer des Staatstheaters von internationalen Gästen unterstützt.
Schlag- und Klangwerker Bernd Wegener spielt während des Abends live zu gestaltetem Sounddesign von Christian Düchtel und Matts Flores.
Aufführungen bis zum 10.4.2010
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