Gesellschaft Freunde der Künste

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spätmittelalterliche Sage um Tannhäuser

TANNHÄUSER Und der Sängerkrieg auf Wartburg: Romantische Oper von Richard Wagner am 17.9.2010 in Mainz

Vorübergehend bei Venus zu Hause, kämpft sich Tannhäuser durch Anrufung der Jungfrau Maria in eine andere Welt vor, die vielleicht sein Heil bedeuten könnte. Im zauberhaftesten Moment eines neuen Lebens jedoch wird er von ehemaligen Sänger-Kollegen und Freunden aufgegriffen und zu Elisabeth gebracht, die seit seinem Verschwinden um ihr verlorenes Glück trauert.

Ihre Begegnung beschwört vorübergehend das Bild einer gelingenden Seelengemeinschaft herauf. Doch Tannhäuser, soll ihm Elisabeth vor den Augen einer christlichen Welt angehören, muss im Sängerkrieg in der Wartburghalle siegen. In die Öffentlichkeit gestellt flieht er in die Erinnerung an Venus, ignoriert Elisabeth und bringt durch seinen Venus-Appell die Christenheit gegen sich auf.

Er wird jedoch nicht getötet, sondern auf Pilgerfahrt zum Papst geschickt. Aber auch der Papst vergibt ihm den Aufenthalt im Reich der Venus nicht. Elisabeth selbst nimmt sich seiner Seele an. Ein Wunder geschieht.

In „Tannhäuser“ scheitern mehrere Kulturmodelle: der Traum einer von Göttern bewohnten, hedonistischen Antike und ein rigider christlicher Monotheismus. Auch die Selbstversessenheit des zweifelhaften Helden führt zu nichts. Am Ende blitzt kurz die Utopie eines Menschheitsfrühlings auf, der konfessionelle Grenzen überschreitet: Der Pilgerstab des Papstes ergrünt entgegen der päpstlichen Vorhersage.

Mit dem „Tannhäuser“ gelang Richard Wagner in der Zeit des Vormärz eine frühe, fragmentarische Inventur deutscher Träume und Utopien seit der Französischen Revolution: Kann Kunst als überkonfessionelle Religion die Gesellschaft retten?

Sandra Leupold, die mit ihrem Mainzer „Parsifal“ bereits eine faszinierende Wagner – Interpretation schuf, wird nun „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ inszenieren. Zu ihren Arbeiten in jüngster Zeit zählen „Erwartung“ an der Oper Leipzig, „L’Oracolo / Le Villi“ an der Oper Frankfurt und „Lucia di Lammermoor“ an der Hamburgischen Staatsoper.

Besetzung

Musikalische Leitung Catherine Rückwardt
Inszenierung Sandra Leupold
Bühne Tom Musch
Kostüme Julia Burde

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