Die Jury kürte die in Hannover lebende Künstlerin Julia Schmid (*1969; Wuppertal) einstimmig zur Siegerin des Bonner Kunstpreises 2011.
In verschiedenen Malereizyklen zu urbanen und ländlichen Pflanzenbiotopen verknüpft Julia Schmid auf eine hochproduktive Weise Fragen nach topografische Verortung und sozialer Identitätsbildung mit Untersuchungen zu der Struktur des Bildes zwischen Repräsentation und malerischer Autonomie.
Dabei geht dem Akt des Malens eine Phase der Recherche voraus, bei der die Künstlerin auf verschiedenen Stadtspaziergängen die Pflanzen eines bestimmten Wegabschnittes sammelt.
Auf der Leinwand findet eine malerische Akkumulation des Gesammelten statt, die durch beigefügte Fotos der Fundzonen sowie in einigen Fällen kartografische Ausschnitte lokal zurück gebunden werden.
Dabei setzt die Malerin das Gesehene einerseits ganz präzise um, und beharrt dabei doch immer auf einem malerischen Eigensinn. Wie auf einem Seziertisch werden die Pflanzen auf der strahlend weißen Leinwandfläche ausgebreitet und damit zu Dispositiven eines Verfahrens, das nicht in erster Linie den Index des Fotos bestätigt, sondern wesentlich auf seine eigene malerische Logik pocht.
Das Werk beeindruckt durch die Stringenz, mit der es den Akt der Malerei als einen Prozess vorführt, der die Selbstumkreisung und Selbstprüfung des Mediums mit einer ortspezifischen und gesellschaftsrelevanten Dimension verknüpft und damit im besten Sinne die Zeitgemäßheit des Mediums beweist.
Verbunden mit dem Bonner Kunstpreis ist ein Atelierstipendium. Im Jahr 2012 (24. Mai – 5. August 2012)
findet im Kunstmuseum zudem eine Ausstellung der Preisträgerin statt, in die die Ergebnisse des Projektaufenthaltes in Helsinki uns Madrid einfließen sollen. Ein Ausstellungskatalog dokumentiert das Projekt.
Der mit 20.000 Euro dotierte Bonner Kunstpreis wird im Rahmen einer Kooperation mit der in Bonn ansässigen IVG-Immobilien AG überreicht.
Am 14.2. hat die Jury die Entscheidung über den Preisträger des Bonner Kunstpreises 2011 im Bonner Kunstmuseum gefällt. An der Jury nahmen teil:
• der Intendant des Kunstmuseums Bonn, Prof. Dr. Stephan Berg
• der Kulturdezernent der Stadt Bonn, Martin Schumacher
• der künstlerische Direktor, MARTa Herford, Roland Nachtigäller, als Fachjuror
• der Preisträger des Bonner Kunstpreises 2009, Alexander Braun
Ansprechpartnerin
Dr. Irene Kleinschmidt-Altpeter
T 0228 77 -6228
dr.irene.kleinschmidt-altpeter@bonn.de.
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