Das neue Jahresprogramm der Odeon Concerte im Regensburger Audimax wurde soeben der Öffentlichkeit vorgestellt. Erneut gibt es ein Programm, wie man es auch in großen Metropolen nicht glanzvoller erleben kann, Ein Auszug aus dem Who-is-who der internationalen Musikszene.
Mit großen etablierten Namen wie den Wiener Symphonikern, Zubin Mehta, Murray Perahia, Gidon Kremer oder Helène Grimaud, Aber auch mit vielen jungen Weltklassekünstlern, die derzeit in aller Munde sind.
Am 19. Oktober starten die Konzerte gleich mit einem Highlight: Den Wiener Symphonikern unter Vladimir Fedosejev und Deutschlands jungem Klavierstar Martin Stadtfeld.
Seit Herbert von Karajan in den frühen 60er Jahren das Orchester an die Weltspitze führte, haben sich die Wiener Symphoniker ihren Status bewahrt und prägen gemeinsam mit den Philharmonikern das Musikleben in Wien.
Die unnachahmlich seidigen Streicher, der warme, geschmeidige, daunenweich dahinfließende Klang, die erlesene Noblesse der Holzbläser, das alles macht den legendären Wiener Orchesterklang aus. (Beethoven: 3.Klavierkonzert, Brahms: 4. Sinfonie)
Sie ist jung, sympathisch und locker, und vor allem: sie ist eine der phänomenalsten Geigenbegabungen der letzten Jahre: Janine Jansen. Am 23. Oktober ist sie mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Donald Runnicles im Audimax zu erleben.
In ihrer holländischen Heimat wurde jede ihrer CDs mit Platin ausgezeichnet und in Deutschland erhielt sie den ECHO-Klassik-Preis. Ihre jüngste Bach-Aufnahme setzte sich bei iTunes in den USA sofort an die Spitze der klassischen Albumcharts. (u.a. Brahms: Violinkonzert, Beethoven: 3. Sinfonie „Eroica“)
“Monsieur la Harpe”, der einzige wirklich berühmte Harfenist der Welt, Xavier de Maistre und das Wiener Kammerorchester kommen am 4. Dezember nach Regensburg. Der Süd-Franzose hat es geschafft, ein Instrument ins internationale Rampenlicht zu zupfen, das zuvor kaum solistisch aufgefallen war.
Bis Xavier de Maistre seine beispiellose Karriere startete. Und das, obwohl der 36-jährige so gar nicht ins Klischee des sanft die Harfe streichelnden Rauschgoldengels passt. Xavier de Maistre ist ein musikalischer Draufgänger, der die Extreme liebt und auch die rauschhaft-virtuosen Seiten aus seinem Instrument herauskitzelt.
Kein Wunder, dass Xavier de Maistre beim Echo Klassik 2009 als erster Harfenist zum Instrumentalisten des Jahres gekürt wurde! (Wolf, Boieldieu, Händel, Schubert)
David Fray ist einer der „Shooting-Stars“ der Pianistenszene, ein Individualist und Freigeist, der sich rasend schnell an die Weltspitze katapultierte. Gefördert wurde er von Dirigenten wie Boulez und Muti. Das BBC Music-Magazin wählte ihn zum „Newcomer of the Year“ und 2009 erhielt er den ECHO-Klassik-Preis.
„Der singende, tastende und dennoch erzählerisch auftrumpfende Klavierstil gehört einem der unabhängigsten Klaviergeister der Gegenwart“, schrieb DER SPIEGEL über Fray, der in Regensburg am 13. Dezember zusammen mit den London Mozart Players auftritt (Mozart: Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur, Werke von Marsh, Purcell und Weber)
Als der heute 17-jährige Pianist Kit Armstrong, der am 14. Januar in Regensburg gastiert, als ein gerade 10jähriger Knirps im US-Fernsehen in die “Late Night Show” von David Letterman spazierte und vor einem Millionenpublikum mit umwerfendem Charme eine Eigenkomposition spielte, trauten viele ihren Augen und Ohren nicht.
Mit neun Monaten begann Kit zu sprechen, wenig später zu zählen und zu rechnen. Mit fünf spielte er Klavier, mit sieben kam er als jüngster Student aller Zeiten an die Chapman University und vollendete seine erste Sinfonie.
Er schloss dann sein Musikstudium an der Royal Academy of Music ab und dazu auch noch ein Mathematikstudium am Londoner Imperial College. Alfred Brendel wurde sein Förderer und nennt ihn “die größte musikalische Begabung, der ich in meinem Leben begegnet bin”.
In diesem Jahr erhält Armstrong den “Leonard-Bernstein-Award”. (Bach: Aus dem „Wohltemperierten Klavier“, Liszt: Transzendentale Etüden)
Ein musikalisches Top-Event wird das Gastspiel von Pultstar Zubin Mehta mit dem Orchester des Maggio Musicale Fiorentino am 29. Januar. Der in Bombay geborene Mehta gehört zu den bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart. Mehta, der von 1998 bis 2006 auch GMD der Bayerischen Staatsoper war, leitete gleich viermal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.
Seine Auszeichnungen und Plattenpreise sind kaum mehr überschaubar. Seit 1985 ist er in Florenz auch Chefdirigent des “Maggio Musicale”. Mit dem Orchester dieses weltweit angesehenen Festivals reist er direkt von einer Spanientournée nach Regensburg - zum einzigen Konzert in Deutschland! (Rimsky-Korsakow: Scheherazade, Brahms: 1. Sinfonie)
Murray Perahia für das Konzert in Regensburg am 3. Februar zu gewinnen, war nicht einfach. So selektiv wählt der in London lebende Starpianist seine Auftrittsorte aus - und allzu oft bleiben nur Metropolen wie Wien, New York, Paris oder Berlin übrig, wenn er die Vorschläge seiner Agenten aussiebt.
In seiner langen Karriere hat sich Perahia zu einer der einsam im Klavier-Olymp schwebenden Künstlerpersönlichkeiten entwickelt - von Rang und Generation her allenfalls mit Maurizio Pollini zu vergleichen. Seine bei SONY publizierten CDs setzen Maßstäbe an absoluter pianistischer Perfektion.
Gleichzeitig ist Perahia auch eine emotionale Tiefe zugewachsen, deren Wurzeln in seiner engen Freundschaft mit Vladimir Horowitz liegen, aber auch in Zeiten der Reflektion, als ihn eine komplizierte Fingerverletzung zu langen Pausen zwang.
Mit der Ungarischen Nationalphilharmonie kommt am 22. Februar eines der führenden Orchester Ungarns nach Regensburg. Seit 2007 ist der auch als Pianist weltbekannte Zoltán Koscis Chefdirigent des Orchesters und führte es zu umjubelten Abenden in die New Yorker Avery Fisher Hall, in die Suntory Hall in Tokyo und viele weitere Top-Spots des internationalen Musiklebens.
Das Orchester wurde mit dem Cannes Midem Classical Award ausgezeichnet und ist UNICEF-Botschafter. Solist ist der junge deutsche Cello-Star Daniel Müller-Schott. (Liszt: Les Préludes, Dvorák: Cellokonzert, Tschaikowsky: 2. Sinfonie)
„Concerto Veneziano“ ist der Titel des Abends, der am 3. März mit dem Venice Baroque Orchestra eines der brillantesten Kammerorchester der Welt zu den Odeon Concerten führt.
Das sprühende Temperament und Farbigkeit des auf alten Instrumenten musizierenden Orchesters läßt barocke Musik vor Lebendigkeit und Spannung geradezu explodieren.
Für seine Aufnahmen wurde das Orchester mit dem Diaspason D’Or, dem Choc du Monde de la Musique, dem Echo Klassik Preis und dem Edison Award ausgezeichnet. Seine Konzerte wurden von TV-Stationen aus aller Welt gefilmt. (Vivaldi, Geminiani, Marcello)
Seit kurzem ist die 24jährige Russin Olga Scheps in aller Munde. Am 20. März kommt sie mit einem reinen Chopin-Abend ins Audimax. Sie gehört zu den größten Neuentdeckungen der Klavierszene.
Ihr bei SONY erschienenes Chopin-Debut-Album wurde mit Kritikerlob geradezu überschüttet. „Glänzend!” befand der STERN und das Fachmagazin “Fono-Forum” verglich sie gar mit der jungen Martha Argerich.
Inzwischen hat die Künstlerin den Sprung auf die großen Podien der Welt geschafft. Nicht nur das: Sogar Stefan Raab lud Scheps in seine Show “TV-Total”, wo sie ein Millionenpublikum begeisterte.
Das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und die Pianistin Hélène Grimaud setzen am 31. März einen weiteren Höhepunkt im Odeon-Programm: Liverpool, seit 2004 “Weltkulturerbe” und 2008 “Kulturhauptstadt Europas”, hat eine der pulsierendsten Musikszenen Europas.
So wundert es auch nicht, dass Liverpool das älteste Sinfonieorchester Großbritanniens besitzt, das auch unter der persönlichen Patronage der Queen steht. Chefdirigent ist Vasily Petrenko, der soeben für den Classical BRIT Award 2010 nominiert wurde.
Solistin ist die faszinierende Hélène Grimaud, die derzeit erfolgreichste Pianistin der Welt. Kaum jemand erregte zuletzt so viel Medieninteresse und Publikumsbegeisterung wie der sensible Weltstar aus Frankreich. (Vaughan Williams: The Wasps, Mozart: Klavierkonzert A-Dur KV 488, Tschaikowsky: Manfred-Sinfonie)
Der 24jährige Pianist Nikolai Tokarev und die renommierten Prager Symphoniker sind am 3. Mai zu Gast. Tokarevs technische Schwierigkeiten geradezu verspottende Virtuosität, die Wucht und Rasanz seines Zugriffs begeistern Publikum und Kritik.
Die Süddeutsche Zeitung rühmt an Nikolai Tokarevs Spiel “pure Magie” und “genialische Intuition”. In Regensburg spielt Tokarev das selten zu hörende, weil aberwitzig schwere und monumentale 2. Klavierkonzert von Tschaikowsky. (Brahms: Haydn-Variationen, Dvorák: 8. Sinfonie).
Das Mozarteumorchester Salzburg lädt am 14. Mai zu einer Mozart-Nacht. Mit keinem Orchester verbindet man die Musik Mozarts so eng wie mit dem Salzburger Mozarteumorchester.
Die Gründung des Orchesters im Jahre 1841 geht noch auf eine Initiative der Witwe Mozarts zurück. Bis heute entwickelte sich daraus eine unvergleichliche Mozart-Tradition, die das Orchester als musikalischen Botschafter original Salzburger Musikkultur in aller Welt bekannt machte. (Mozart: Oboenkonzert, Sinfonien KV 543 und „Jupiter“-Sinfonie)
Gidon Kremer, der am 28. Mai gastiert, ist nicht nur einer der größten Geiger der letzten Jahrzehnte, sondern ein universaler Musiker, der sich voller Abenteuerlust auf die Suche nach Neuem und Unentdecktem begibt und sein Publikum auf wahre Entdeckungsreisen mitnimmt.
Kremer hat so ziemlich alle Auszeichnungen erhalten, die die Musikwelt zu vergeben hat - bis hin zum Ernst von Siemens Musikpreis. Er kommt mit seinem, mit dem begehrten „Grammy-Award“ ausgezeichneten Kammerorchester Kremerata Baltica. (Schumann: Violinkonzert a-moll, Bartók, Bach/Glenn Gould).
Seit Jonathan Nott Chefdirigent ist, sind die Bamberger Symphoniker auf einem künstlerischen Höhenflug. Das lässt sich am 29. Juni wieder erleben, wenn die zur Staatsphilharmonie geadelten Bamberger zusammen mit der erst 21jährigen Pianistin Alice Sara Ott im Audimax spielen.
Ott hat in kürzester Zeit eine kometenartige Karriere gemacht. Schon mit 13 erhielt sie die Auszeichnung „Most Promising Artist Award“. Das bedeutendste Klassik-Plattenlabel der Welt, die Deutsche Grammophon Gesellschaft, schloss 2008 mit ihr einen Exklusivvertrag, in dessen Rahmen eine spektakuläre Liszt-CD sowie die Aufnahme aller Chopin-Walzer erschien.
Die Chopin-CD eroberte auf Anhieb Platz 1 der iTunes-Klassik-Charts in Deutschland und den USA. (Tschaikowsky: 1. Klavierkonzert, Ravel: Valses nobles et sentimentales, Strawinsky: Feuervogel-Suite).
Zwei Sonderkonzerte ergänzen das Programm: Am 3. Dezember gibt es eine Südtiroler Weihnacht mit dem traditionsreichen Trentiner Bergsteigerchor, der durch den legendären Erfolg von „La Montanara“ berühmt wurde.
Und am 5. März gibt es nach mehrjährigen Pause wieder Fasching mit Blechschaden, dem kultigen Brassorchester der Münchner Philharmoniker und dem abgefahren witzigen Oberschotten Bob Ross.
Präsentiert wird ein fulminantes Powerplay aus brillantem Bigbandsound, ein rasanter Stilmix von Vivaldi bis zum Alpenblues, Glenn Miller und den Beatles - und ein Feuerwerk an Gags und Humor!
Infos, Abonnements und Einzelkarten gibt es direkt bei ODEON unter (0941) 29 60 00 sowie im Internet unter www.odeon-concerte.de
Reinhard Söll
Schenkendorfstr. 9 | 93049 Regensburg |
Tel. (0941) 29 60 00 | Fax (0941) 29 60 019 |
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Martin Stadtfeld © Odeon Concerte Regensburg