Einmal im gleißenden Licht der Scheinwerfer den Lieblingssong in den Äther hinaus schleudern! Einmal auf einer Showtreppe stehen und um sein Leben singen! In ‚Stairways to Heaven' wird dieser Traum für fünf Kandidaten zur Realität. – Obwohl ‚Realität' vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist. Denn wer hier seine Träume ins Mikro röhrt, haucht, rapt und schmachtet, hat den Staub des Wirklichen schon abgelegt. Oder anders gesagt: der ist tot.
Sidonie und Nancy, Holger, Gottlieb und Mike – sie alle wurden jäh aus der Mitte des Lebens gerissen und befinden sich nun zwischen Himmel und Hölle.
Plötzlich bringt ein Bote die überraschende Nachricht, dass es diesmal eine Ausnahme geben wird: einer darf zurück ins Leben. Nur einer. Aber zu welchen Bedingungen? Der Botschaft ist nur zu entnehmen, dass alle irgendwie ihr Bestes geben sollen. Da gibts nur eins: ran an die Mikros und gesungen, dass die Funken stieben!
Tobias Materna (Regie) und Dagmar Borrmann (Dramaturgie) ließen sich vom Song inspirieren, und siedelten eine spaßig-amüsante Purgatoriums-Revue zwischen Himmel und Hölle im Fegefeuer an. (...) Show- und Comedy-Qualitäten vom Feinsten: Schellackschlager, Italo-Pop-Schnulze, Choral oder Closed-Harmonie Schmachtfetzen – [Wolfgang] Böhm hat das stimmlich drauf, und weiß es darstellerisch witzig zu konterkarikieren. Ebenfalls ein Wuchtbrummer: Uwe Kraus.
Der setzt seinen Viertagebart, atheistischen Zynismus und eine Straßenkötererotik in Gang, als wäre der Geist John Travoltas in ihn gefahren. Musikalisches Highlight des von Ernst August Klötzke arrangierten Cover-Konzerts ist die ‚Bohemian Rhapsody’ von Queen. Ole Puppe unterstreicht in der weltberühmten Klassik-Rock-Ballade unterstützt von dem in Topform befindlichen Schauspiel- und Musikerensemble nochmals seine Spannbreite zwischen Bee-Gee-Gefistel und Rockröhre. Zwei Zugaben und ein am Ende doch restlos begeisterter Saal.
Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 02.06.2008
Sechs Schauspieler, vier Musiker rocken mächtig los. Wolfgang Böhm als Gigolo verheddert sich irre komisch im Mikroständer. Witzig, spritzig, intelligent, mitreißend. Auch wenn nicht alle Töne rein sind, wird der von Tobias Materna inszenierte Liederabend vom jubelnd Zugaben fordernden Publikum zu Recht gefeiert. Super: Ole Puppe mit Sensengitarre und Kopfstimme wie Freddy Mercury. Seine ‚Bohemian Rhapsody’ ist der krönende Abschluss eines absolut geilen Abends. Wertung: Toll
Bild, 02.06.2008
Es ist das pure Vergnügen. In der Kategorie Bühnenpräsenz aber gewinnt eindeutig Wolfgang Böhm als hypernervöser Bielefelder Klempnermeister und verkannter Gigolo Gottlieb Schade die Herzen. [Er] verstrickt sich zu ‚Felicitá’ irrsinnig komisch in das Mikrofonkabel und zeigt: Slapstick ist wunderbar, wenn man ihn beherrscht.
Frankfurter Allgemeine
Die Geschichte ist schlicht. Aber darauf kommt es auch ganz und gar nicht an, wenn Ensemble und Publikum einen so großen gemeinsamen Spaß haben wie im Wiesbadener Kleinen Haus. Ob Stefanie Hellmann als resolute Herbergsmutter eine wunderbar schräge Parodie auf Reinhard Meys ‚Über den Wolken’ singt oder Eva-Maria Damasko (Nancy) und Lissa Schwerm (Sidonie) sich einen Zickenkrieg liefern in ‚Diamonds are a Girl’s Best Friend’.
Das ist rundum abwechslungsreich und höchst unterhaltsam. Der gewaltige Beifall ist im Übrigen notwendig, denn erst als Zugabe gibt es eine wunderbare Persiflage, die den christlichen ‚Danke’-Song in einen hübschen Reigen kleiner musikalisch-menschlicher Charakterstücke verwandelt. Wenn es im Fegefeuer gerecht zugeht, dürfte keiner der Teilnehmer in die Hölle kommen.
Darmstädter Echo, 12.06.2008
Idee: Dagmar Borrmann, Ernst August Klötzke, Tobias Materna, Ole Puppe
Sonntag, den 20.12.2009, 19.30 Uhr
Sonntag, den 17.01.2010, 19.30 Uhr
Kleines Haus
Aufführungsdauer 2 Stunden. Eine Pause.
Regie
Musikalische Einstudierung
Bühne
Bernd Holzapfel
Kostüme
Dramaturgie
Mit:
Kriemhilde
Sidonie Thekla Maria von Hammerstein
Nancy Fischer
Holger
Uwe Kraus
Gottlieb
Band:
E-Bass, Kontrabass, Cello, Gitarre, Gesang
Tasteninstrumente, E-Bass, Gesang
Gitarre, Mandoline
Timo Willeck
Schlagzeug
Jörg Rebhan
Ansprechpartner:
Andrea Bartsch
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de
Martin Kaufhold
Theaterfotograf
Fon +49 (0)611-132 413
m.kaufhold@staatstheater-wiesbaden.de

