Seine Werke hängen im MoMA in New York, im Louvre in Paris und in der Berliner Nationalgalerie sowieso: August Macke hat nach nur zehn Jahren Schaffensphase – er fiel 27-jährig im Ersten Weltkrieg – ein wegweisendes Lebenswerk hinterlassen, das ihn weltberühmt gemacht hat.
Ab September kann sich nun abermals die kleine Hansestadt Stade in eine Reihe mit den Kunstmetropolen dieser Welt stellen. Nach dem Sensationserfolg von „Die Peitsche der Erinnerung“, einer exklusiv für Stade erstellten Gemeinschaftsproduktion von Daniel Richter und Jonathan Meese im Jahr 2006, ist dem Stadtarchäologen und Kulturmanager der Hansestadt, Dr. Andreas Schäfer, wieder ein ganz besonderer Coup gelungen.
Mit Unterstützung der Enkel August Mackes konnte er eine Ausstellung realisieren, die ausschließlich Exponate aus dem Familienbesitz – etliche davon erstmalig – zeigt und so einen bisher einmaligen Blick auf die Verbindung von Leben und Werk und vor allem die Persönlichkeit des großen Expressionisten ermöglichen. Familie und Freunde waren ihm eine ständige Inspirationsquelle und auch häufig Thema seiner Arbeiten – eine Tatsache, die bislang kaum bekannt war und nun erstmals durch die meist unbekannten Werke aus dem Familienfundus, Skizzen und persönlichen Erinnerungen des Künstlers umfassend dargestellt wird.
August Mackes Schaffen war geprägt vom ständigen Experimentieren mit Form und Farbe. Er brach schon nach kurzer Zeit seine Ausbildung an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Gewissheit ab, dass die traditionelle Kunst keine angemessene Reaktion auf die gesellschaftlichen Veränderungen durch die revolutionären Neuerungen auf allen geistigen und naturwissenschaftlichen Gebieten ermöglicht.
Gemeinsam mit Franz Marc und Wassily Kandinsky bildete er 1911 die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und avancierte zu einem der Pioniere der Moderne. Die Gruppe war bestrebt die Grenzen der bestehenden künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu sprengen. Ihr Interesse galt dabei allen Künsten, die sie als Einheit verstanden: Malerei – Figuration, Abstraktion, Expressionismus und Spiritualismus – Musik, Theater, Hohe- und Volkskunst. Alte Hierarchien zählten nicht mehr.
Das eigene, häusliche Lebensumfeld wurde zu einem wichtigen Thema. August Macke entwarf Möbel, Textilien, Vasen und Geschirr. Dass er an der Werkbank genauso versiert war, wie an der Staffelei ist ebenfalls ein Aspekt, der bislang wenig Beachtung fand. Die Stader Ausstellung eröffnet auch diesbezüglich einen neuen, erweiterten Blick auf das Werk des Künstlers.
Die Ausstellung ist als eine Reise durch das Leben August Mackes konzipiert. Den 140 Exponaten sind Fotografien und Zitate von und über den Künstler zu Seite gestellt. Der biografisch-chronologisch aufgebaute Begleitkatalog, der im Wienand-Verlag erscheint, enthält neben kunsthistorischen Essays auch persönliche Texte der Enkel.
Kuratiert wurde diese Ausstellung von Dr. Ina Ewers-Schultz (Köln). Realisiert werden konnte sie durch die großzügige Unterstützung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Stade-Altes Land, der Kreissparkasse Stade, der VGH sowie des Landschaftsverbandes Stade und der NDB-Elektrotechnik.
Dauer der Ausstellung bis zum 20.12.2009
Kontakt
Kunsthaus Stade
Wasser West 7
21682 Stade
Telefon: 0 41 41 - 4 48 24
Öffnungszeiten
Di.-Fr.
10.00-17.00 Uhr
Sa.+So.

