Festgefahren! Ob im Verhörraum der Flughafen-polizei, im Büro des Chefs, im Schützengraben oder im Wartezimmer; ob in den 50er Jahren, heutzutage oder im 1. Weltkrieg – die Dramatikerin Yesim Özsoy Gülan lässt in ihrem speziell für die Wartburg geschriebenen Stück Deutsche und Türken in existentiellen Situationen aufeinander treffen.
Nicht immer geht es um Leben und Tod wie in der Schlacht von Gallipoli, in der deutsche Offiziere und türkische Soldaten Seite an Seite kämpfen und in einen Hinterhalt geraten. Doch auch das angstvolle Warten auf den Befund des Arztes oder auf den Chef mit einer möglichen Kündigung zerrt an den Nerven aller Beteiligten. Im Kampf um das persönliche Dasein überwinden die Figuren Sprachbarrieren und Vorbehalte – vor hundert Jahren ebenso wie heute. Mit ganz unterschiedlichem Erfolg.
Yesim Özsoy Gülan beleuchtet in ihrer Auftragsarbeit für das Staatstheater Wiesbaden das Zusammenleben deutscher und türkischer Menschen. Die für ihre surreal anmutenden Inszenierungen bekannte Regisseurin switcht gemeinsam mit türkischen Schauspielern/innen und Mitgliedern des Wiesbadener Schauspielensembles leichthändig durch die Jahrhunderte, wechselt Orte und tauscht Figuren, um doch unabhängig von Zeit und Raum erstaunliche Parallelen im Miteinander der verschiedenen Kulturen festzustellen.
Die Zeiten ändern sich – die Menschen nicht?
Yesim Özsoy Gülan, 1972 in Istanbul geboren, studierte in den USA Schauspiel und Regie und arbeitet seitdem an internationalen Theatern als Regisseurin und Autorin. 2002 gründete sie in Istanbul die Theatergruppe VeDST, die auf neue Dramatik und interdisziplinäre Theaterformen spezialisiert ist. Özsoy Gülans Theaterprojekte wurden zu internationalen Festivals wie dem ‚New York Fringe Festival’ und ‚Theater der Welt’ eingeladen.
2004 war ihr Stück ‚Das Haus’ im Rahmen der Theaterbiennale ‚NEUE STÜCKE AUS EUROPA’ in Wiesbaden zu sehen. Yesim Özsoy Gülan stellte dafür den Nassauischen Kunstverein ‚auf den Kopf’ und hob in ihrer sowohl zarten als auch komischen Inszenierung nahezu die Gesetze der Schwerkraft auf. Bei den 32. Duisburger AKZENTEN 2009 präsentiert die Künstlerin ihr neues Stück ‚Der Notar’.
Ýstanbullu oyun yazari ve yönetmen Yesim Özsoy Gülan'in Wiesbaden Devlet Tiyatrolari için özel olarak hazirladigi ve prömiyeri 17 Ocak 2010'da gerçeklesecek olan yeni oyunu ‘Türkiye-Almanya 0-0’in sezon boyunca Wartburg Sahnesi’nde gerçeklesecek. Oyun, Türkçe ve Almanca'yi ilk kez bir arada kullanarak Alman Devlet Tiyatrolari sahnesine tasima özelligiyle de bir ilke imza atiyor.
Yesim Özsoy Gülan'in dört degisik sahne üzerine kurdugu ‘Türkiye – Almanya 0-0’, Türklerin ve Almanlarin zorunlu olarak ayni mekâni paylastigi durumlardan olusuyor. Oyun hiçbir tarafin gol atamadigi ve skoru 0-0 biten bir futbol karsilasmasini andiran basligiyla, futbol oyunuyla tiyatroyu birlestiren bir yapiyi seyircilere yasatacak. Bunu yaparken de hem güldürecek hem de aglatacak.
Bir futbol karsilasmasinin bolumleri gibi bu oyunda da dört farkli mekanda ve zamanda gecen dört ayri sahne mevcut. Oyunda yer alan sahneler; 70'li yillarda isten çikarilan bir Alman ve bir Türk isçi bekleme odasinda patronlarini beklerken yasadiklari, Çanakkale Savasi'nda yarali bir Türk asker ve bir Alman subayin ayni siperi paylasmalari, bir anne/kizin çok özel bir konu için geldikleri jinekologun bekleme odasinda feminist bir gazeteciyle karsilasmalari ve son olarak da Ýstanbul’da Alman Konsolosluðunda yasananlar uzerine kurulu. Tum sahneler hep ayni sorunlara isaret ediyorlar. Durumlar, zamanlar degisiyor ama iki kültürün arasindaki iletisim problemi hep devam ediyor.
Projekt von Yesim Özsoy Gülan
In deutscher und türkischer Sprache
Premiere
Sonntag, den 17.01.2010, 20.00 Uhr
Wartburg
Samstag, den 23.01.2010, 20.00 Uhr
Samstag, den 13.02.2010, 20.00 Uhr
http://www.staatstheater-wiesbaden.de/?page=spielplan_detail&eventDateId=6938827Sonntag, den 21.02.2010, 20.00 Uhr
Regie
Bühne und Kostüme
Dramaturgie
Mit:
Yusuf / Ahmet / Tülay
Johannes / Hans Mayer
Adrian Müller
Banu
Atiye / Cornelia
Ana / Sibel
Ansprechpartner:
Andrea Bartsch
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de
Martin Kaufhold
Theaterfotograf
Fon +49 (0)611-132 413
m.kaufhold@staatstheater-wiesbaden.de
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