Gesellschaft Freunde der Künste

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konzerte und theater

Staatstheater Kassel stellt das Dezemberprogramm vor

TYRANNIS - Stückentwicklung von Ersan Mondtag Mit Sabrina Ceesay, Eva-Maria Keller, Kate Strong (als Gast), Jonas Grundner-Culemann, Philipp Reinhardt, Enrique Keil                                                                                     

Inszenierung und Ausstattung: Ersan Mondtag, Komposition: MaxAndrzejewski, Dramaturgie: ThomaspeterGeorgen

Ersan Mondtag, Jahrgang 1987, Gründer des KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF für Dauerperformances, experimentelle Partyformen sowie interdisziplinäre Theaterarbeiten (Hamburg, Frankfurt, Berlin, München), entwirft ein reales Haus mit einem virtuellen Stockwerk. Mit dem Ensemble des Staatstheaters Kassel, der Tänzerin / Performerin Kate Strong und dem „musician drummer improviser composer" Max Andrzejewski erforscht er die Fremdheit nicht im Anderen, sondern in uns selbst, als Tableau der Angst, auf dem wir nach und nach zu tickenden Tätern werden.

Die Bühne ist ein Haus, abgeschieden im Wald, fernab aller Städte. Hier lebt eine Familie im Zustand permanenter Selbstüberwachung. Jedes Zimmer ist mit Kameras bestückt, deren Bilder das einzige Programm im Fernseher sind, vor dem sich Vater, Mutter, Tante, Sohn und Tochter (und ein merkwürdiges Baby) versammeln. Zugleich „existiert“ ein erster Stock mit Schlafzimmern, für die ein eigenes Filmset gebaut und von den Schauspielern selbst tapeziert und individuell eingerichtet wurden. Wenn Mitglieder der Familie „nach oben“ gehen, sieht man im Fernseher und auf Monitoren die nächtlichen Aktivitäten und Rituale. Die Familie im Inneren schottet sich ab vor der fremden, fremdartigen, äußeren Welt. Die Augen weit aufgerissen, aber die Blicke nicht mehr echt. In diese Welt bricht eines Nachts eine Fremde ein. Wie soll die Fremde integriert werden, wie reagiert die Familie auf den Fremdkörper? Wie paranormal wird die vermeintliche Normalität, bis zum Horror?

Uraufführung: Donnerstag, 10.Dezember, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum

 

ENDSTATION SEHNSUCHT von Tennessee Williams

Mit Caroline Dietrich (Blanche duBois), Alina Rank (Stella Kowalski), Artur Spannagel (Stanley Kowalski), Thomas Sprekelsen (Harald Mitchell), Michaela Klamminger (Eunice Hubbel), Matthias Fuchs (Steve), Aljoscha Langel (Pablo)

Inszenierung: Markus Dietz, Bühne: Mayke Hegger, Kostüme: Henrike Bromber, Dramaturgie: Annabelle Leschke

Die Lehrerin Blanche DuBois ist angeblich nur zu Besuch bei ihrer Schwester Stella und deren Ehemann Stanley in New Orleans. Doch schon bald kommen ihre Lügen und Geheimnisse ans Licht: Die Verführung eines Schülers und ihr Alkoholproblem führten dazu, dass sie die Stadt verlassen musste. Getrieben von dem Zukunftstraum eines wohlhabenden Lebens und dem Wunsch begehrt zu werden, stürzt sich Blanche in die nächste Liaison mit dem jüngeren Mitch. Gleichzeitig treffen ihre Koketterie und ihr Charme auf die brutale Rohheit Stanleys. Abscheu und Faszination wechseln sich ab, Wunsch wird zu Wahn, der in der Hitze von New Orleans schließlich seinen Höhepunkt in einem gewalttätigen Ausbruch findet.

Tennessee Williams gewann für seine Schilderung einer getriebenen Frau, deren Realität sich immer mehr in ihren Träumen verliert, 1948 den Pulitzer Preis.

Premiere: Freitag, 11.Dezember, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

 

ARTASERSE Dramma per Musica in drei Akten von Leonardo Vinci

Text: Pietro Metastasio, In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Mit Maren Engelhardt, Lin Lin Fan, Inna Kalinina, Ani Yorentz, Bassem Alkhouri, Yuriy Mynenko (als Gast), Staatsorchester Kassel, Statisterie des Staatstheaters Kassel  

Musikalische Leitung: Jörg Halubek, Inszenierung: SonjaTrebes, Bühne: DirkBecker, Kostüme: IsabelHeinke, Dramaturgie: Ursula Benzing

Fast 270 Jahre ist es jetzt her, dass Leonardo Vincis „Artaserse“ in Deutschland szenisch auf die Bühne kam: 1746 fand in Dresden eine Aufführung des damals so angesagten Werkes statt. Vinci, 1690 in Neapel geboren und heute kaum noch bekannt, war zu Lebzeiten ein gefeierter, höchst produktiver Komponist. „Artaserse“ ist die letzte seiner 40 Opern. 1730, im Jahr der Uraufführung, starb Vinci mit nur 34 Jahren, angeblich an einer Vergiftung.

Die Oper ist mit ihren wirkungsvollen Arien ein Fest für Sänger und dazu packend wie ein Krimi – denn es gilt, den Mord am persischen König Xerxes I. aufzuklären. Die Ingredienzien Liebe, Intrige, Giftanschlag und Tyrannei hat Librettist Pietro Metastasio so genial verwoben und zugespitzt, dass sein „Artaserse“-Text eines der meistvertonten Libretti der Barockzeit wurde.

Regisseurin Sonja Trebes liest „Artaserse“ als einen Krimi, der in ein Psychodrama mündet, und den sie ganz nah ans Publikum rückt. Die Titelpartie des Königssohns und Thronfolgers wider Willen Artaserse singt der gefragte Countertenor Yuriy Mynenko, der in Kassel bereits als David in Händels „Saul“ begeisterte und auch bei der gefeierten Welt-Ersteinspielung von „Artaserse“ mit dem Ensemble Concerto Köln mitgewirkt hat.

Premiere : Samstag, 12. Dezember, 19.30 Uhr, Opernhaus

 

EIN FÜRSTLICHES WEIHNACHTSKONZERT

Ein barocker Abend mit dem Consortium Casselanum

Werke von Werke Pisendel, Brescianello, Charpentier, Graupner, Marais, Gluck und Bach

Mit dem Consortium Casselanum, Ute Liebich (Oboe d’amore), Lin Lin Fan (Sopran)

In seiner beliebten Weihnachtskonzertreihe unternimmt das Consortium Casselanum diesmal eine Rundreise zu mehreren europäischen Fürstenhöfen, um Bekanntes und Unbekanntes aus der Barockzeit zu präsentieren. Neben dem festlichen Allegro in Es-Dur von Johann Georg Pisendel stehen zwei Solokantaten von Giuseppe Antonio Brescianello sowie Christoph Graupner mit der Sopranistin Lin Lin Fan auf dem Programm. Des Weiteren wird Christoph Willibald Glucks außergewöhnliche Arie „Sacre Piante“ aus der Oper „Il parnaso confuso“ erklingen. Zwei französische Komponisten sind mit eher ungewöhnlichen Werken vertreten: Marin Marais mit den „Variations sur la Sonnerie de Sainte-Genéviève du Mont de Paris“ und Marc-Antoine Charpentier mit seinen weihnachtlichen „Noëls sur les instruments“. Wie in den vergangenen Jahren darf natürlich auch ein großes instrumentales Konzert von Johann Sebastian Bach nicht fehlen: Ute Liebich wird als Solistin das Konzert für Oboe d’amore und Streicher A-Dur spielen.

Die Mitglieder des Consortium Casselanum, allesamt Musiker am Staatstheater Kassel, verbindet die gemeinsame Liebe zur Alten Musik. Seit über 500 Jahren prägt das Orchester, aus dem das jetzige Staatsorchester hervorgegangen ist, das Musikleben Kassels, zunächst als Hofkapelle, später dann als königliche und preußische Staatskapelle. Schon Landgraf Philipp der Großmütige setzte seine Musiker am Hofe und in der Kirche ein. Dieser Tradition folgend, kennt das Consortium Casselanum keine Trennung zwischen weltlicher und geistlicher Musik und verbindet beides in seinen Konzerten.

Montag, 21.Dezember, 19.30 Uhr, Opernfoyer

 

GASTSPIELE – Auswahl

Jubiläums-Tournee

20 JAHRE ULRICH TUKUR & DIE RHYTHMUS BOYS: LET’S MISBEHAVE

Wer wollte das nicht schon immer? Sich heillos daneben benehmen, grellbunte Krawatten tragen, öffentlich in der Nase bohren und wahllos Fensterscheiben einwerfen. Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys räumen auf. Die Geschichte der populären Musik wird neu geschrieben. Alles ist erlaubt!

Sonntag, 6.Dezember, 18 Uhr, Schauspielhaus                      1939,50 Euro

 

Zum Tag der Menschenrechte

READY FOR BOARDING: Der CIA-Folter-Report – Live

Mit Brachland Ensemble, Amnesty International-Gruppen Kassel

Eine brennende Zigarette im Gesicht, Schläge in den Unterleib, dies sind, zumindest für die meisten Menschen, eindeutig als Folter zu benennende Vorgänge. Schwieriger wird es bei weniger bekannten Praktiken. Waterboarding steht stellvertretend für eine neue Qualität moderner und verborgener Kriegsführung. In Zeiten der Whistleblower und der globalen Vernetzung müssen Regierungen neue Strategien entwickeln, um nicht aufgrund eines moralischen Dilemmas den Rückhalt in der Bevölkerung zu verlieren. Wie diese neuen Taktiken funktionieren und wie sie entwickelt wurden, davon erzählt der neu erschienene CIA-Folterbericht.

Donnerstag, 10.Dezember, 19.30 Uhr, Opernfoyer                  2 Euro

 

HANNA SCHYGULLA

denkt an Rainer Werner Fassbinder in Worten und Liedern: 17/70 EINE ZEITREISE

Mit Hanna Schygulla, Stephan Kanyar (Klavier)

2015 wäre Rainer Werner Fassbinder 70 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass liest und singt Hanna Schygulla Fassbinders erste Texte im Staatstheater Kassel, begleitet vom Pianisten Stephan Kanyar und angereichert mit Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit. Wir reisen zurück in die 60er Jahre und erleben, wie sich das »liebe Rainerchen« seiner Mutter und der noch vor ihm stehenden Welt offenbart.

Samstag, 12.Dezember, 19.30 Uhr, Schauspielhaus               1525 Euro

 

Förderverein Kasseler Jazzmusik e.V. präsentiert:

JAZZ IM TIF

Schubert-Speicher-Landeck-Schlicht-Mayrhofer-Quintett

Mit Berthold Mayrhofer (Kontrabass), Matthias Schubert (Tenorsaxophon), Martin Speicher (Altsax / Bassklarinette), Detlef Landeck (Posaune), Ursel Schlicht (Piano)

Ein spannendes Quintett aus in Kassel lebenden Musikern mit unterschiedlicher musikalischer Sozialisation und verschiedenen musikalischen Schwerpunkten: Jazz, Klassik, neue improvisierte Musik, Zusammenarbeit mit Tanz und Literatur … Schräges und Melodisches fließen zusammen.

Mittwoch, 16. Dezember, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum                 16/11 Euro

 

SALUT SALON

Morgen kommt Salut Salon: Weihnachten im Quartett

Mit Angelika Bachmann (Violine), Iris Siegfried (Violine), Anne-Monika von Twardowski (Viola) Sonja LenaSchmid (Violoncello)

Salut Salon stellen die Klassik-Welt auf den Kopf und treten den Beweis an, dass E-Musik nichts mit Ernst, sondern mit Ekstase zu tun hat. Da machen sie auch am Fest der Feste keine Ausnahme: eine Reise durch 400 Jahre Musikgeschichte. Neben Klassikern wie Corellis berühmtem »Weihnachtskonzert«, Brahms’ »Geistlichem Wiegenlied« oder Dohnányis »Variationen über ein Kinderlied« spielen sie auch (sehr) eigene Songs … das wird eine schöne Bescherung!

Mittwoch: 23.Dezember, 19.30 Uhr, Schauspielhaus              1937,50 Euro

 

DIRK RAULF ORCHESTRA feat. MERET BECKER & DEEP SCHROTT

60 Minuten. Flussabwärts

Mit Meret Becker. Deep Schrott: Wollie Kaiser (Saxofone, Flöten, Klarinetten), Andreas Kaling (Saxofone), Jan Klare (Saxofone, Flöten, Klarinetten), Leitung: Dirk Raulf (Saxofone, Bassklarinette, Piano, Toy Piano), Frank Schulte (Elektronik, Video), Thorsten Drücker (Gitarre), Dirk Peter Kölsch (Schlagzeug)

Mit der Sängerin und Schauspielerin Meret Becker und seinem Ensemble, das von der Kontrabassklarinette bis zur singenden Säge, vom Kinderklavier bis zum Tischtennisschläger, von der E-Gitarre bis zum Bass-Saxophon, von Elektronik bis zur Pikkoloflöte eine Vielzahl von Instrumenten und Klängen verwendet, führt Dirk Raulf sein 60minütiges Werk „60 Minuten. Flussabwärts“ auf. Thematisch ist das Werk den Flüssen gewidmet: Wasser ist das verbindende Element der Songs, die wie Treibgut in dem 60minütigen musikalischen Fluss auftauchen und von Franz Schubert, Tom Waits, Björk, Brian Eno, Randy Newman oder Nick Cave stammen.

»...Mit Dirk Raulf ist ein echter Spezialist in Sachen multimedialer Konzepte am Werk ... Meret Becker konnte hier als Solistin gewonnen werden – neben ihrer Stimme versetzen die flirrenden Melodiebögen, die sie auf ihrer singenden Säge streicht, in regelrecht sphärische Dimensionen.« Neue Musikzeitung

Sonntag, 27.Dezember, 19.30 Uhr, Schauspielhaus              1522 Euro