Die tiefste Talsohle der Finanzkrise ist hierzulande durchschritten, alle haben viel dazu gelernt, doch geändert hat sich quasi nichts. Es wird viel über das Geld gesprochen, auch auf den Bühnen. Aber selten vom Geld. Das Stück Im Sprung der toten Katze sucht den Perspektivwechsel: Was ist der Wesenskern von Geld? Wie kann man die Psyche von Kreditgeld sichtbar machen? Ist Bargeld beleidigt, wenn ihm immer öfter Girokarten vorgezogen werden? (Ja, manchmal schon.)
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Schuld und Schulden? Katja Hensel erzählt den Alltag von perspektivlosem Bargeld, das eine Bar aufmacht und dort gegen sein Verschwinden kämpft. Das Stück beleuchtet ein Liebespaar, das aus der Liebe einen Mehrwert schöpft, ineinander investiert, sich emotional verschuldet, sich vermehrt und es begleitet einen Kapitalmarkt, der eine Analytikerin aufsucht, die ihm zunächst jede Hilfe verweigert.
Im Sprung der toten Katze, ein Stückauftrag des Staatstheaters Kassel, ist nach Ins weite Schrumpfen das zweite Stück von Katja Hensel, das im tif zur Uraufführung kommt. Katja Hensel arbeitet als freischaffende Schauspielerin, Autorin und Regisseurin. Regisseurin Nicole Oder wird zum ersten Mal am Staatstheater Kassel inszenieren. Sie gehört zur künstlerischen Leitung des Berliner Theaters Heimathafen Neukölln. Dort inszenierte sie unter anderem die drei Teile der Neukölln-Trilogie, Arabboy, Sisters und Arabqueen. Arabboy war für den Ikarus 2010 nominiert, Arabqueen gewann den Publikumspreis des Festivals radikal jung 2011.
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