Die Hochzeit des spanischen Infanten Don Carlos mit der Tochter des französischen Königs soll beiden Ländern den lang ersehnten Frieden bringen. Als König Philippe II. sich plötzlich entschließt, Elisabeth selbst zu heiraten, verzweifelt Carlos. Während Elisabeth ihr Liebesglück der Staatsräson opfert, sucht der Infant Rat bei seinem Freund Rodrigue.
Der spannt ihn für seine Interessen in Flandern ein. Eifersüchtig verrät Prinzessin Eboli Carlos’ Liebe zu Elisabeth an Philippe. Obwohl Rodrigue für seinen Freund sein Leben gibt, überantwortet der König Don Carlos an die Inquisition – ein geheimnisvoller Mönch rettet ihn und Elisabeth vor dem Ketzergericht.
Mit seiner Inszenierung von Verdis »Don Carlos« in der fünfaktigen französischen Originalfassung gelang Peter Konwitschny eine wegweisende Deutung des Dramas. Seine sensible Personenregie zeichnet differenzierte Charakterstudien der Figuren und macht neben der politischen Dimension des Dramas auch die ganze Tragik ihrer persönlichen Schicksale deutlich.
Die Inszenierung, die nach der Hamburger Premiere mit großem Erfolg auch von der Wiener Staatsoper übernommen wurde, ist noch immer eine der eindrucksvollsten Produktionen des Hamburger Opernrepertoires.
Unter der Musikalischen Leitung von Alexander Joel singt Iano Tamar die Partie der Elisabeth. Die georgische Sopranistin war in Hamburg als Amelia in Verdis »Un Ballo in Maschera« und zuletzt als Lady Macbeth zu erleben, die Partie der Elisabeth sang sie auch an der Wiener Staatsoper. Als Don Carlos kehrt Andrew Richards an die Staatsoper zurück, zuletzt interpretierte der amerikanische Tenor in der vergangenen Saison Turiddu in »Cavalleria rusticana«.
Als Carlos’ Freund Rodrigue ist der russische Bariton Rodion Pogossov zu erleben, Besucher der Staatsoper kennen ihn bereits als Barbier von Sevilla. Am 29. Januar übernimmt George Petean die Partie, der Bariton sang hier zuletzt Enrico und Valentin. Ihr Rollendebüt als Eboli gibt Cristina Damian, die gerade als Donna Elvira in der Neuproduktion von »Don Giovanni« einen Erfolg verbuchen konnte. Ensemblemitglied Tigran Martirossian – dämonischer Méphistophélès aus dem Hamburger »Faust« – übernimmt die Partie des Königs Philippe II, Adrian Sâmpetrean singt den Mönch.
Ein Debüt ist »Don Carlos« für den türkischen Bass Tuncay Kurtoglu, er übernimmt die Rolle des Großinquisitors. In den weiteren Rollen: Mélissa Petit (Thibault), Dovlet Nurgeldiyev (Le Conte de Lerme/Le Héraut), Katharina Bergrath (Une voix céleste), die Einstudierung des Chores hat Florian Csizmadia.
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