Gesellschaft Freunde der Künste

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zeitgenössisches (tanz)festival

Sommerszene in Salzburg bis 18.7.2009

2009 stellt die sommerszene erstmals zwei  kunstwelten nebeneinander, die scheinbar nichts gemein haben. sie versucht neue gedankliche brücken zu bauen und sich und ihrem publikum ungewohnte blicke auf künstlerisches schaffen zu ermöglichen:

einerseits wird das festival sich mit zeitgenössischem tanz beschäftigen, andererseits die welt der klassischen indischen musik vorstellen. die bereiche werden autonom gegenüber gestellt und jeweils thematisch kontextualisiert. die eingeladenen tanzschaffenden kommen von allen kontinenten, die musikerInnen sind die bedeutendsten indiens. das festival wird durchgehend österreichpremieren und uraufführungen vorstellen.

das zeitgenössische (tanz)festival hat in den letzten 20 jahren eine enorme verbreitung weltweit erfahren. das hat zu gewissen angleichungen, austauschbarkeiten und ähnlichkeiten geführt. es gilt somit die form und ihren inhalt regelmäßig zu hinterfragen und spezifische eigenarten zu entwickeln. die sommerszene hat neben ihrem ruf, ein künstlerisch qualitätvolles programm zu sein, den anspruch, sich immer wieder neu zu erfinden und in format und programm jährlich neue wahrnehmungs- und erlebnisangebote zu verbreiten. daher überschreitet das festival sein kerngenre, den tanz, immer wieder und versucht damit neue kontexte und gedankliche freiräume um die gebiete tanz, theater und performance zu schaffen.

2009 stellt die sommerszene erstmals zwei kunstwelten nebeneinander, die scheinbar nichts gemein haben. sie versucht derart neue gedankliche brücken zu bauen und sich und ihrem publikum ungewohnte blicke auf künstlerisches schaffen zu ermöglichen. einerseits wird das festival sich mit zeitgenössischer bühnenkunst, vornehmlich dem tanz, beschäftigen, andererseits die welt der klassischen indischen musik vorstellen. die bereiche werden autonom gegenüber gestellt und jeweils thematisch kontextualisiert.

die klassische indische musik ist eines der komplexesten und geschlossensten musiksysteme. obwohl die ursprünge zu den ältesten indischen schriften, den veden, zurückreichen, lebt diese musik aus ihrer unmittelbarkeit und hat einen weit höheren anteil an interpretation als westliche geschriebene musik, der sich durch ein gefühl des moments, der atmosphäre, eine veränderung des tempos, der länge und der rhythmik auszeichnet und keine der aufführungen je identisch macht. darin findet sich auch eine indische idee des zeitgenössischen: die immer vorhandene aktualität und vermittlung des moments. die klassische indische musik überwindet den westlichen gegensatz zwischen form und emotion, zwischen struktur und improvisation. in hohem maß lebt diese musik von der persönlichkeit des künstlers.

zeitgenössische performance verhandelt eine ähnliche dialektik. da es keinen allgemeinen maßstab oder ein allgemeines repertoire mehr gibt, finden wir den trend zum individuellen performer, speziell zur persönlichkeit und oft privaten eigenart des darstellers. die für die sommerszene 09 ausgesuchten künstlerInnen aus verschiedenen teilen der welt vereint ihr engagement, gewagte, hoch idiosynkratische aufführungen zu schaffen.

beide welten verbindet die präsentation im frontaltheater, wo sich der kontakt zwischen künstlerIn und publikum im moment entzündet. im kontext des programms finden sich filme, lectures, lesungen, künstlerische interventionen und diskussionen, die einerseits die aktuelle rolle der performance bearbeiten werden und andererseits die gedankliche und künstlerische basis und die heutige wirklichkeit der klassischen indischen musik zum thema haben werden. auch die frage, warum in vielen kunsteinteilungen der tanz eher als abteilung der musik als des theaters fungiert, wird uns beschäftigen. natürlich wird auch der effekt der programmatischen gegenüberstellung in diesem festival thematisiert und eingefangen.

der duale fokus der sommerszene – meeting at the moment – auf begegnungen mit theater und musik bietet gelegenheit für die besucherInnen, eigene schlüsse zu ziehen und in der suche nach ausdruck, klarheit und einsicht parallelen und gemeinsamkeiten zu entdecken. das programm bietet an, sich auf ein wagnis mit ungewohnten tönen, darstellungen und unterschiedlichen auffassungen einzulassen. es wird dem dialog zwischen körper und musik neuen stoff liefern und eine frische interkulturelle diskussion stimulieren.

Das Sommerszene Programm läuft noch bis zum 18.7.2009

www.sommerszene.net

 

die szene salzburg existiert 2009 seit 40 jahren. von der idee einer lokalen künstlerischen plattform über die existenz eines fringe festivals als gegenpol zu den salzburger festspielen ist sie zu einem internationalen festivalveranstalter geworden, der viele wichtige künstlerInnen vornehmlich aus dem tanz, aber auch vom theater, der musik und bildenden kunst erstmals nach österreich gebracht hat. die szene hat den petersbrunnhof, das stadtkino und die pernerinsel für eine kulturelle nutzung erobert und zahlreiche lokale künstlerische projekte und karrieren angeregt und unterstützt. viele internationale arbeiten wurden hier nicht nur aufgeführt sondern auch produziert und sind mit dem namen salzburgs in die welt gezogen. zahlreiche fernsehproduktionen hat die szene mit künstlerinnen wie friedrich gulda, nicolaus harnoncourt, meg stuart, hubert lepka, anne teresa de keersmaeker, oskar werner oder hans jürgen syberberg gestaltet. zwei vielbeachtete internationale filmfestivals anfang der 90er jahre haben die vielfalt der aktivitäten bereichert. die szene salzburg war in der partnerschaft mit emco in den 80er jahren vorreiterin des kultursponsorings und hat große projekte für wirtschaftspartner (eröffnung des porschehofs, silvester 2000 auf der salzach, etc.) produziert.

heute ist die szene europäisch aufgestellt, arbeitet in verschiedenen netzwerken und führt in dem von ihr geleiteten apap projekt 15 partnerorganisationen von norwegen bis portugal mit bis zu 50 jährlichen kunstprojekten. diese internationalität hat dazu geführt, dass die EU hauptsubventionsgeberin des vereins geworden ist.

die szene salzburg führt das kulturhaus republic als multifunktionales, offenes haus und die kavernen im mönchsberg mit zusammen etwa 500 jährlichen veranstaltungen und über 300.000 besucherInnen.

http://www.sommerszene.net/