Am 17. September lädt das Kunstmuseum Wolfsburg ab 19 Uhr zu einem Sommerabend ein: eine Eurythmie-Performance der Künstlerin Vera Koppehel, Filmpräsentationen, die Sonderöffnung der beiden aktuellen Rudolf-Steiner-Ausstellungen mit Art-Stopps und ein kulinarisches Balkonfest stehen auf dem Programm.
In den aktuellen Ausstellungen Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart des Kunstmuseum Wolfsburg und des Kunstmuseum Stuttgart und Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags vom Vitra Design Museum wird die Wirkung der Gedankenwelt Rudolf Steiners auf Kunst, Design und Architektur beleuchtet.
Dabei werden überraschende Verbindungen und unerwartete Perspektiven offengelegt, welche die Ästhetik Steiners in einem neuen, aktuellen Licht erscheinen lassen.
Ein vielfach bekanntes Thema im „Kosmos Rudolf Steiner“ ist die Eurythmie. Von Skeptikern und Gegnern als „Namenstanz“ belächelt, ist die Eurythmie eine eigene, expressive Kunstart. Wer diese Form der „schönen Bewegung“ - so die Übersetzung aus dem Griechischen - einmal live erleben möchte, hat an diesem Abend dazu Gelegenheit.
Vera Koppehel (Eurythmie/Poesie) wird dann in einer 45-minütigen Performance zusammen mit dem Musiker Paul Giger (Komposition/Violino d’amore) vor der raumgreifenden Skulptur Katharina Grosses auftreten: 25.920· ICH ist der Titel dieses Bewegungstanzes - „eine Reise über den Tierkreis hinaus zur Erde und wieder zurück.
Über Maß, Zahl und Gesetz von Mikrokosmos und Makrokosmos, über das Atmen und darüber, dass das Unvorhersehbare, Unverstehbare der Bestimmtheit stets seinen Freiraum abringen möchte“.
Vor und nach der Aufführung wird ein Film der Medienkünstlerin Ruth Bamberg zu sehen sein, der wahrlich eine „Hommage an die Eurythmie“ ist. Und während des gesamten Abends sind für die Gäste beide Steiner-Ausstellungen geöffnet, in denen sogenannte Artstopps für Fragen und Informationen zur Verfügung stehen.
Bei gutem Wetter ist der Balkon des Museums Ort für ein abendliches Fest mit Essen, Wein und Musik – andernfalls findet der kulinarische Abend im Museum selbst statt.
Eurythmie
Rudolf Steiner schuf diese neue Art der Bewegungskunst mitten in einer Zeit des geistigen Umbruchs am Anfang des 20. Jahrhunderts. Steiners Ziel war es, die in Sprache und Musik wirksamen Gesetzmäßigkeiten und Beziehungen durch menschliche Bewegung sichtbar zu machen.
Durch Körperbewegungen und Gesten (Sinn-, Laut-, Satz-, Ton- und Motivgebärden) sollen geistige Inhalte transportiert werden. Außerdem werden verschiedene Gestaltungsmittel wie Gesten, Farben, Kleidung und Raumformen zu einer Choreographie zusammen geführt.
Dabei gestaltet sich die Bewegung aus dem Bewusstsein heraus, dass der Körper mit dem Raum eine Wechselwirkung eingeht. Dies macht auch der griechische Begriff „Eurythmie“ deutlich: „Eu“ kann mit gut, schön, wahr übersetzt werden, während „rhythmos“ mit Rhythmus/Bewegung übersetzt wird. Eurythmie bedeutet demnach „schöne Bewegung“ oder „wahrer Rhythmus“.
Die Verbindung von Sprache, Musik, Farben und Bewegung ist es, was Eurythmie so einzigartig erscheinen lässt. Zwar bauen auch andere Bewegungsinszenierungen auf Sprache auf, aber keine davon hat die Ausdrucksmittel für Lyrik und Prosa in einem vergleichbaren Maße wie die Eurythmie formalisiert, in der ein großer Teil der Inszenierungen aus der Sprach- bzw. Lauteurythmie besteht.
Dies ermöglicht es dem Darstellenden ganze Gedichte zu visualisieren. Damit schlägt diese Kunstart eine Brücke zwischen Musik und Sprache. Für die eurythmische Bewegung ist das Zusammenspiel von Kraft und Gegenkraft sehr wichtig. Nur so kann aus der bewusst geführten Bewegung die Polarität zum geeigneten Ausdrucksmittel der Seele werden.
Biographie der Eurythmie-Künstlerin Vera Koppehel www.verakoppehel.eu
Mit 21: Eurythmiestudium an der Alanus Hochschule Alfter.
Mit 25: Dozentin, Soloprogramme und Ensemblearbeit (Weimar)
Mit 26: Eurythmielehrerin (Jena); Kulturmanagement
Mit 39: Abschluss Master of Arts (Eurythmie Bühne) Alanus Hochschule
Derzeit Mitarbeiterin am Rudolf Steiner Archiv in Dornach
Ablauf des Abends
Freitag, 17. September 2010
- ab 19 Uhr - Sommerabend auf dem Museumsbalkon mit Essen, Wein und Musik (bei schlechtem Wetter im Museum) Sonderöffnung beider Steiner-Ausstellungen mit Art-Stopps.
- 19.30 Uhr - Filmvorführung Hommage an die Eurythmie, Film von Ruth Bamberg (30 Minuten), Foyer.
- 20.30 Uhr - Eurythmie-Performance von Vera Koppehel: 25.920· ICH in der Ausstellung Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart. Eurythmie/Poesie – Vera Koppehel, Komposition/Violino d’amore – Paul Giger.
- 21.30 Uhr - Filmvorführung Hommage an die Eurythmie, Film von Ruth Bamberg (30 Minuten), Foyer.
- bis 23 Uhr - beide Ausstellungen zum Kosmos Rudolf Steiner bleiben - durchgängig geöffnet, Artstopps
Eintritt EUR 18,- ; ermäßigt EUR 9,-
(Eintritt in beide Ausstellungen, Performance und Film inklusive - Essen und Getränke individuell)
Anmeldung per Mail gkolleck@kunstmuseum-wolfsburg.de oder telefonisch 05361/2669-20.
Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
D-38440 Wolfsburg
Tel.: (05361) 26690
Fax: (05361) 266966
Email: info@kunstmuseum-wolfsburg.de
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