Anne, Alexis und Connie sind frustriert: Alexis ist pleite und muss ihre Boutique ‚Shopping Queens’ schließen. Jetzt stehen die Freundinnen vor der schwierigen Frage, wo sie sich von nun an im ‚Happy Center’ treffen sollen. Die Friseurin Marion kümmert das wenig.
Sie wird den Laden übernehmen und damit das auch allen klar ist, deponiert sie schon mal eine Trockenhaube dort. Die verzweifelten Frauen finden auch bei ihren Ehemännern keinen Trost: die hören nie zu, gehen fremd und sind jeden Samstag Nachmittag spurlos verschwunden. Alle drei..:!
Die Freundinnen machen sich auf die Suche und stoßen auf den ‚Männerhort’: Ihre Göttergatten verstecken sich allen Ernstes auf einer stillgelegten Toilette im Einkaufszentrum, um ihre Ruhe zu haben. Für Fußball, Bier und Pizza.
Die Frauen sind fassungslos, verbrüdern sich sogar mit Marion, deren Mann ebenfalls im ‚Männerhort’ rumlungert und noch dazu ihren Hamster auf dem Gewissen hat. Was tun? Die hysterische Anne denkt gleich wieder an Selbstmord, Marion und Alexis eher an Mord – nur die esoterisch veranlagte Connie mahnt zur Ruhe.
Sie hat die Lösung: Der ‚Männerhort’ ist schuld. Er hat die Männer verhext. Das leuchtet ein! Und so schmiedet das Frauenquartett Pläne zur Vernichtung des unheilvollen Orts...
Der Kölner Autor Tobias Bungter (Jahrgang 1973) hat die singende Antwort auf die Wartburg-Kultproduktion ‚Männerhort’ von Kristof Magnusson geschrieben. Die drängende Frage, was eigentlich die Ehefrauen der liebenswürdigen Möchtegernmachos so treiben, wird nun endlich beantwortet – mit sangesfreudigen Schauspielerinnen und einer Live-Band fällt diese Antwort zwangsläufig sehr musikalisch aus.
Und sie ist für Fans und Insider genauso ein Spaß wie für alle, die dem ‚Männerhort’ seit seiner Premiere im Dezember 2007 bisher noch keinen Besuch abgestattet haben.
Regie führt wieder Caroline Stolz, die Leiterin der Wartburg. Sie inszenierte in Wiesbaden außerdem Rainer Werner Fassbinders ‚Tropfen auf heiße Steine’, ‚Hitchcocks ‚Die 39 Stufen’’, Tennessee Williams’ ‚Die Glasmenagerie’ sowie zuletzt ‚Das große Fressen’.
Turbulent vergnüglich und typologisch aufgemischt bekommen die (...) Kerle aus dem ‚Männerhort’ jetzt ihre Pendants der ‚Shopping Queens’. (...) Das Quartett harmoniert wunderbar und singt auch als solches:
Begleitet wird es von einer Männerband, als Schaufensterpuppendamen keine Miene verziehend, musikalisch aber zündend (Jörg Rebhan, Dave Stephens, Claus Weyrauther und Timo Willecke) für Evergreens, Schlager, Schnulze, Rock und Pop.
Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 12.04.2010
Der launige und recht handlungsreiche Liederabend, mit der erforderlichen Selbstironie inszeniert von Caroline Stolz und mit der erforderlichen Sorgfalt musikalisch geleitet von Ernst August Klötzke, heißt wie die Boutique. Die Band besteht aus fitten Männern, die als Schaufensterpuppen verkleidet sind.
Die perfekte Staffage für das Evergreens und Quatsch röhrende und säuselnde Damenquartett: Susanne Bard als Zarahleandrische Boutiquebetreiberin, Stefanie Hellmann als Esoterikerin (wer hätte das gedacht), Friederike Ott als betrogene Après-Tennis-Schnepfe und Eva-Maria Damasko als Glitzer-Shirt-Schnalle.
Frankfurter Rundschau, 12.04.2010
Tobias Bungter macht’s möglich, und Regisseurin Caroline Stolz, die schon die Männer auf ihrem obskuren Zufluchtsort gebändigt hat, lässt nun die Damen ungebremst von der Leine, auf dass aus einer Textvorlage, gepfeffert mit Rock und Pop, mit Schnulzen und einem Hit der Volksmusik, eine wahrhaft tolle Hintertreppengeschichte wird, die so recht zum verwinkelten Ambiente der Wartburg passt.
Songs aller Art, begleitet von der fetzigen Männerband ‚Räumungsverkauf‘ im Habit topfemininer Schaufensterpuppen, und die Ladys zwitschern und röhren dazu, bis der Zuschauerraum zum Disco-Hexenkessel wird.
Frankfurter Neue Presse, 21.04.2
| Regie | Caroline Stolz |
| Musikalische Leitung | Ernst August Klötzke |
| Bühne und Kostüme | Lorena Díaz Stephens |
| Jan Hendrik Neidert | |
| Mit: | |
| Alexis | Susanne Bard |
| Connie | Stefanie Hellmann |
| Anne | Friederike Ott |
| Marion | Eva-Maria Damasko |
| Scooter | Jasaman Roushanaei |
| Band: | |
| Matthew David Stephens | |
| Jörg Rebhan | |
| Claus Weyrauther | |
| Timo Willecke | |
Wartburg
Aufführungsdauer: 1 Stunde 45 Minuten. Keine Pause.
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