"Der gerade mal 75 Minuten kurze Abend hat alles, was ein großes Ballett braucht – fesselnd von der ersten bis zur letzten Sekunde."
Donaukurier, 21.07.2009
Das Ballett des Staatstheaters Nürnberg gastiert am 03., 04., 05. Januar sowie ein weiteres Mal am 19., 20. und 21. Januar im Großen Haus des Ingolstädter Theaters. Gezeigt wird der Ballettabend »Desde Otello« in der Originalchoreografie des Nürnberger Ballettdirektors Goyo Montero.
Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig. Gewalt gegen Frauen ist so selbstverständlicher Bestandteil unserer Kultur, dass wir sie bisweilen übersehen. Dies mag der Umstand belegen, dass wir gemeinhin bei »Othello« eher an Eifersucht und Taschentuch, vielleicht auch an Jago denken – aber nicht unbedingt an den grausamen und ungerechtfertigten Mord Othellos an Desdemona.
Aber genau darum geht es in Goyo Monteros choreografischer Auseinandersetzung mit dem Phänomen zwischengeschlechtlicher Gewalt »Desde Otello« (»Seit Othello«). Er schuf die Choreografie 2005 für das Ballett ›Carmen Roche‹, zeigte die Produktion 2006 auf dem International Dance Festival »Madrid en Danza« und erhielt dafür den Preis »Villa de Madrid«.
Die Grundlagen für das Ballett bilden einerseits die Tragödie »Othello« von Shakespeare, andererseits Recherchen über aktuelle Spannungsfelder zwischen Mann und Frau. Wichtig ist es Goyo Montero auch hier, mit seiner choreografischen Arbeit Geschichten zu erzählen, in die Psyche seiner Figuren einzudringen, Gefühle darzustellen, Entwicklungen aufzuzeigen – ohne zu urteilen.
Wichtige Hilfsmittel für den Transport der Emotionen und den Brückenschlag vom Gestern ins Heute sind dabei Video und Musik – so choreografiert Goyo Montero sein Ballett »Desde Otello« zu Kompositionen von Claudio Monteverdi, dem Shakespeare-Zeitgenossen John Dowland oder Giuseppe Verdi ebenso wie zu Werken des zeitgenössischen ungarischen Komponisten Istvan Marta oder der kanadischen Postrockband »Godspeed you! Black Emperor«.
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