Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

ERÖFFNUNG Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.00 Uhr

SEVEN SCREENS Harun Farocki: Umgießen Variation zu Opus 1 von Tomas Schmit

Für die siebte Neubespielung der SEVEN SCREENS hat der Berliner Filmemacher Harun Farocki eine spezifische Arbeit entwickelt, die nicht zuletzt die dem Medium der LEDStelen entgegengebrachte Erwartungshaltung des Spektakels unterläuft. Umgießen nimmt Bezug auf die Performance von Tomas Schmits „Zyklus für Wassereimer (oder Flaschen)“, die dieser am 18. Dezember 1963 in Amsterdam aufführte. Der Fluxuskünstler kniete hierbei auf dem Boden in einem Kreis von leeren Milchflaschen und schüttete Wasser von  einer Flasche in die nächste bis alle Flüssigkeit vergossen oder verdunstet war. „Diese Aktion“, so Farocki, „vermied Symbolismus, … sie hatte nichts Vitalistisches. In ihrer Einfachheit und Schlüssigkeit ist sie ein BeckettStück ohne Worte. Trotz der Gleichförmigkeit des Geschehens gab es eine Entwicklung; die AntiHandlung fand aus sich heraus ein Ende."

Harun Farocki transformiert die rituelle Handlung in einen zwanzigminütigen, ungeschnittenen Film und übersetzt ihn für die räumliche Anordnung der Stelen. Jeder Stele wird eine Flasche zugeordnet. Das Umgießen selbst überlässt Farocki einem Roboter, dessen Arm durch den erweiterten Bildraum wandert, um die unspektakuläre Handlung des Umgiessens durchzuführen.

Harun Farocki
1944 in Novy Jicin (Neutitschein) geboren .1966 1968 Studium an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin (West). 1974 1984 Autor und Redakteur der Zeitschrift Filmkritik, München. 1998 1999 dreht er den Film „Speaking about Godard / Von Godard sprechen“, New York / Berlin (Zusammen mit Kaja Silverman). 1993 1999 Gastprofessur an der University of California, Berkeley. Seit 1966 über 100 Produktionen für Fernsehen oder Kino: Kinderfernsehen, Dokumentarfilme, Essayfilme, Storyfilme. Seit 1996 zahlreiche Gruppen und Einzelausstellungen in Museen und Galerien zuletzt 2009 Jeu de Paume, Paris und Museum Ludwig, Köln. 2007 Teilnahme an der documenta12. Seit 2004 Gastprofessor seit 2006 ordentlicher Professor an der Akademie für Bildende Künste, Wien.

Harun Farocki Filmproduktion
Regie: Harun Farocki / Bild: Ingo Kratisch, Matthias Rajmann
Schnitt: Jan Ralske / Assistenz: Anna Bartholdy
Produktionsleitung: Matthias Rajmann

OSRAM ART PROJECTS
Präsentationsdauer: 20. Mai bis 21. November 2010
Die SEVEN SCREENS befinden sich vor dem OSRAM-Haus am Mittleren Ring, München.

ERÖFFNUNG
Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.00 Uhr
Es sprechen OSRAM CEO Martin Goetzeler und
Dr. Christian Schoen, Leiter der OSRAM ART PROJECTS.
OSRAM GmbH, Hellabrunner Str. 1, 81543 München

KÜNSTLERGESPRÄCH UND SCREENING
Dienstag, 18. Mai 2010, 19.00 Uhr
Harun Farocki im Gespräch mit Dr. Matthias Mühling zur Ökonomie der Bilder.
Im Anschluss Vorführung von "Ein Bild" (1983).
Im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, Zwischengeschoss U-Bahnhof Königsplatz, 80333 München
Eine Kooperation zwischen der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und OSRAM ART PROJECTS

Kontakt

OSRAM ART PROJECTS
Hellabrunner Str. 1, 81543 München
U1 Candidplatz
www.osram.de/art

Presse

Claudia Weber
Tel.     +49 170 7357775
e-mail:
weber@claudia-weber-kommunikation.de