Was macht die Faszinationskraft des Schubert-Liedes aus? Warum betrifft es uns so persönlich und warum setzen wir uns darin so bereitwillig dem oft verdrängten Thema Tod aus? Wenige Monate vor seinem Tod mit 31 Jahren komponierte Franz Schubert Gedichte von Ludwig Rellstab und Heinrich Heine, die erst posthum veröffentlicht wurden.
Die Sammlung erhielt den Namen "Schwanengesang" (D 957), womit traditionell das letzte Werk eines Künstlers bezeichnet wird. Die Faszination von Schuberts Spätwerk liegt am ansonsten oft verdrängten Thema Tod, mit dem wir uns in seinen Liedern bereitwillig auseinandersetzen. Im spartenübergreifenden Theaterprojekt "Schwanengesänge" von Eva-Maria Höckmayr wird versucht, sich dem Komplex Tod anzunähern. Ein Sänger und ein Pianist werden Lieder insbesondere aus der "Schwanengesang"-Gruppe interpretieren und das Streichquartett Pellegrini aus Freiburg spielt Schuberts Quartett G-Dur op. 161 D 887.
In einer Verbindung von Musik und Szene wird klar, dass die eigentliche Kraft der Lieder in ihrem Sehnsuchtspotential liegt, in dem Streben nach einer besseren Welt. Insofern transportiert Schuberts Werk an diesem Abend nicht nur Einsamkeit und Lebensüberdruss, sondern auch Trost und Befreiung.
Für vier Schauspieler wird die Musik zu einem persönlichen Freund und Zufluchtspunkt.
Die Darsteller werden in unterschiedlicher Weise dem Tod und dem Leben begegnen, sich verfehlen und suchen. Während sie ihrer Alltagsroutine nachgehen, machen sich Symptome wie Vergesslichkeit und fehlende Kommunikation breit. In dem Versuch der vier Personen, ihre persönlichen Gedanken und Zustände zu formulieren und auszusprechen, wird ihnen die Endlichkeit ihrer Lebenszeit und die Vergänglichkeit des Glücks bewusst. Die dialogische Verknüpfung von Gesang und Szene macht die Schubert-Musik zu einer Art "Doppelgänger" der vier Figuren.
Das Projekt "Schwanengesänge" geht der Selbstverständlichkeit des Alterns und der Unverständlichkeit des Todes auf den Grund und ist zugleich eine Hommage an den früh verstorbenen Komponisten Franz Schubert.
Regisseurin Eva-Maria Höckmayr arbeitet erstmals am Stadttheater Fürth. Sie studierte Sprech- und Musiktheaterregie an der Bayerischen Theaterakademie. Als Assistentin von Claus Guth arbeitete sie u.a. in Basel, Wien und bei den Salzburger Festspielen. Mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Angela Loewen hat Höckmayr bereits in der Vergangenheit zahlreiche Projekte entwickelt.
Loewen studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum Salzburg und arbeitete ebenfalls mit Claus Guth und seinem Ausstatter Christian Schmidt zusammen.
Besetzung
Inszenierung: Eva-Maria Höckmayr
Ausstattung: Angela Loewen
mit Renate Heuser, Frank Watzke, Christoph Angerer, Oliver Bode
Robert Pertl, Bariton; Konstantin Semilakovs, Klavier; Pellegrini-Quartett (Antonio Pellegrini, Thomas Hofer, Fabio Marano, Helmut Menzler)
Premiere am 21.1.2010
Weitere Aufführungen bis zum 20.2.2010
Kontakt
Stadttheater Fürth
Königstr. 116
90762 Fürth
Telefon (0911) 974 2410
Fax (0911) 974 24 44
E-Mail: stadttheater@fuerth.de
Presse
pressestelle.theater@fuerth.de
Links
http://www.stadttheater.de/stf/home.nsf/contentview/AD14774C5E0F54D7C12575B400419766
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwanengesang_(Schubert)
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schubert

