Gesellschaft Freunde der Künste

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Premiere am 18.1.2010

Schlagerrevue "Unser Geld ist weg": Städtische Bühnen Münster

"Jede Wirtschaft beruht auf dem Kredit-system, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. 'Stützungsaktion', bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleiten erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr." So schrieb Kurt Tucholsky 1931 in einer seiner berühmten Glossen. Und er spielte dabei auf die große weltweite Finanzkrise nach dem Börsen-Crash im Oktober 1929 an.

Der zweite weltweite und noch größere Börsen-Crash im September 2008 - schwer zu vergleichen mit dem damaligen und doch mit vielen überraschenden Parallelen - hat noch größere und dramatischere Auswirkungen hervorgerufen. Nachdem ein Jahr lang die Systemfrage allerorten zwar gestellt, aber als unbeantwortbar und unverantwortlich zurückgewiesen wurde, können wir nunmehr und in unverhohlener Erleichterung verkünden: Die allgemeine Finanz-, Banken-, Wirtschafts- und-so-weiter-und-so-fort-Krise ist überstanden, wir sind endlich wieder in Sicherheit. Oder doch nicht? Kommt da noch das dicke Ende hinterher? Die Krise ist vorbei, wir sind voll in der Krise. Mächtig rollt die Rezession auf uns zu. Doch von Panik keine Spur. Wir haben unsere Routine wieder. Kurzum, alles ist wie immer...


Angesichts der immer größer werdenden neuen Finanzlöcher, der beginnenden Verstaatlichung von Banken, des Weiteren angekündigten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen etc., angesichts der neu aufkommenden Horrorszenarien ums Geld - ob aus Berlin und im Haushalt der einzelnen Städte - gibt es anscheinend nur noch eine Lösung des Problems: Die Lage mit Humor nehmen und auf bessere Zeiten hoffen.


Mal fatalistisch, mal optimistisch, mit bitterbösen Humor oder augenzwinkernder Hoffnungslosigkeit sind die Lieder und Texte aneinandergereiht, um allen Mut zu machen. Wenn die Haushalte der Städte schon nicht mehr sicher sind, die Banken vor der Pleite stehen, die Politiker um Vertrauen bitten und betteln, da sie keine Lösungen haben, dann hilft nur noch:

"Nur nicht unterkriegen lassen
Mach lieber heut als morgen Pleite
Kinder lasst den Mut nicht sinken
Etwas lernen, etwas leisten."

 

Musikalische Leitung und Einstudierung: Willi Haselbek
Bühne: Jacqueline Schienbein
Kostüme: Kerstin Bayer
Dramaturgie: Wilfried Harlandt

Mitwirkende:
Christiane Hagedorn
Stefanie Kirsten
Judith Patzelt
Matthias Caspari
Ilja Harjes
Wolf-Dieter Kabler

 

Premiere: 18.01.2010

weitere Termine: 21. und 29.1.2010 jeweils 19.30 bis 21 Uhr

 

Städtische Bühnen Münster www.stadttheater.muenster.de

Neubrückenstraße 63, 48143 Münster

 

Vera Isabelle Blasum (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Tel. 02 51/ 59 09-215
BlasumV@stadt-muenster.de