Am Anfang steht die korrupte Welt des Hofes, am Ende ein Fest der Liebe und Versöhnung – dazwischen liegt Shakespeares berühmter Wald von Arden, in dem seine Liebenden, Ziegenmädchen und Hofleute einander verführen und verschmähen, miteinander philosophieren und streiten, sich selbst verlieren und wiederfinden.
Herzog Frederick führt ein Regime der Willkür und Gewalt. Als er seine Nichte Rosalinde verbannt, verkleidet sie sich als Mann und flieht gemeinsam mit Fredericks Tochter Celia in den Wald von Arden.
Dort treffen die beiden auf Orlando, ebenfalls auf der Flucht. Er und Rosalinde kennen sich bereits und sind seit ihrem ersten Treffen unsterblich ineinander verliebt. Aber statt sich Orlando erkennen zu geben, behält Rosalinde im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen an: Als Ganymed beginnt sie ein provozierendes Spiel mit Orlando, mit dem sie sich erotische Wortgefechte liefert und zweideutige Rollenspiele inszeniert …
„Wie es euch gefällt“ (1599) gehört zu den meistgespielten Komödien William Shakespeares. Alle Themen des grossen Dramatikers sind auf meisterhafte Weise miteinander verwoben: Mit seiner wohl souveränsten Heldin Rosalinde stellt Shakespeare Fragen nach der Flüchtigkeit menschlicher Identität und menschlichen Begehrens, den Offenbarungen und Verfehlungen der Liebe und der Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies.
Mit unvergleichlichem Wortwitz lässt er seine Figuren das Spiel mit den Identitäten spielen, aus dem das menschliche Leben besteht: „All the world’s a stage, / And all the men and women merely players“, so der Melancholiker Jacques, der am Ende als einziger den Wald der Rückkehr an den Hof vorzieht.
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Bild: Wikipedia/Adrian Michael