„Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht, da hab ich eben leider recht“, ist einer der zentralen Sätze der „Dreigroschenoper“. Bertolt Brechts Opern-Persiflage, mit der er weltberühmt wurde, zeigt Menschen auf der untersten Stufe der Gesellschaft: Kleinkriminelle, Huren, Bettler. „Wovon lebt der Mensch?“, fragt Macheath, den sie Mackie Messer nennen. „Der Mensch lebt von der Missetat allein“, kommt die Antwort vom Chor der Gangster. In der „Dreigroschenoper“ erzählt Bertolt Brecht, begleitet von der berühmten Musik Kurt Weills, die Geschichte von drei Männern.
Da ist Mackie Messer, der Chef einer großen Gangsterorganisation in London. Der wird geschützt von seinem alten Freund Tiger Brown, dem obersten Polizeichef der Stadt. Dafür kassiert er eine saftige Summe. Ihr Widersacher ist Jonathan Jeremiah Peachum, der Inhaber der Firma „Bettlers Freund“. Der hat das Betteln zum einträglichen Unternehmen gemacht, indem er die Bettler organisiert und ihnen einen großen Teil der Almosen als Organisationsgebühr wegnimmt. Dass seine junge, hübsche Tochter Polly den Gangsterboss Mackie Messer heiratet, passt dem Herrn Peachum gar nicht.
Denn auch Mackie Messer betreibt ein erfolgreiches Unternehmen mit seinen Straßenräubern. Macheath, Tiger Brown und Peachum sind sich sehr ähnlich. Sie alle kennen zunächst nur ihr eigenes Begehr. Und sie haben ihre Unternehmungen straff nach Geschäftsprinzipien organisiert. Wer ihren Absichten in die Quere kommt, muss weg. Und so beginnt ein rücksichtsloser Kampf um Einfluss und die Wahrung der eigenen Interessen auf Kosten anderer. Die Moral bleibt dabei auf der Strecke.
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Christine Hoenmanns
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