Gesellschaft Freunde der Künste

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von Johann Wolfgang von Goethe

Schauspielhaus Hannover: Die Leiden des jungen Werther am 5.11.2011

Werther findet seine Traumfrau. Sie heißt Lotte und ist mit Albert zusammen. Das verhindert seine überschwänglichen Empfindungen keineswegs. Im Gegenteil. Haltlos verliert er sich an das große Gefühl und stürzt sich rücksichtslos in eine unmögliche Liebe. Offenes Herz im lebensgefährlichen Blindflug: Lotte bleibt bei Albert. Die Sehnsucht nach dem Absoluten lässt Werther am Ende keinen anderen Ausweg als den Suizid.

Goethes Briefroman wurde 1774 schlagartig zum Bestseller. Indem er die subjektive Empfindung gegenüber der nüchternen Vernunft betonte, traf er die Stimmung einer ganzen Generation. Wer ist Werther? Was ist Werther? Pathetischer Egotrip oder Verteidigung bedingungslosen Denkens und Fühlens jenseits von Sarkasmus und Ironie? Grenzenloser Rausch der Gefühle – maßlos, kompromisslos bis zur Besinnungslosigkeit?

Der Traum vom Aufstand gegen Mittelmäßigkeit, Beschränkung und Begeisterungsarmut, gegen allgemeine Unlust und den Verzicht aufs Radikale - oder die Unfähigkeit, erwachsen zu werden? Krankheit, Wahn oder ultimative Lebenslust? Werther fasziniert, Werther stößt ab. Die Inszenierung von Hausregisseur Florian Fiedler ist eine Übernahme vom Schauspiel Frankfurt. Fiedler erhielt 2006 für "Die Leiden des jungen Werther" den Publikumspreis des Theaterfestivals Radikal jung in München. »Fiedler inszeniert den Werther so, wie wenn Lotte, Werther und Albert eine wilde Luftgitarrenband wären: im grenzenlosen Gefühlsrausch, besinnungslos lebenslustig. Das ist Theater. Nicht zum Denken, sondern zum Zuschauen.«

Frankfurter Rundschau

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